Angst, Angst, Angst!
#21
Hallo Brini,

war heute beim Arzt. Es ist gut gegangen.

Gejammert habe ich nie. Die "Freunde" sind einfach ausgeblieben. Früher haben sie uns die Bude eingelaufen und jetzt ist totale Funkstille. Ich glaube, da muss ich mein Weltverständnis noch gewaltig ändern.

Es ist irgendwie tröstlich, dass du ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Es kann nicht an uns liegen, es liegt an den anderen. Man ist einfach nicht mehr gefragt, wenn man nicht mithalten kann. Ich glaube, dass das früher nicht so war.

Ich bin in einer Trauergruppe und in einem Trauerstammtisch. Das ist irgendwie ganz angenehm, aber das sind Leute ganz verschiedenen Alters, die noch Angehörige haben und auch meist nicht am Ort wohnen. Aber die Unterhaltung dort, wenn auch sehr selten, tut doch irgendwie gut. Meist ist es dann so, dass ich die Angst fast vergessen kann.

Linda
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#22
Hallo Linda,

dann macht dir das alleine sein am meisten zu schaffen. Dann solltest du wirklich etwas finden, was dir Spaß macht. Evtl. auch eine ehrenamtliche Tätigkeit.
Bei deinen Freunden kann es auch sein, dass sie nicht wissen, ob du noch Kontakt möchtest, oder lieber alleine bist, seit dein Mann nicht mehr da ist. Hast du mit ihnen schon mal darüber gesprochen?
Prima, dass das beim Arzt gut ging.

Gruß
karin
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#23
Hallo Karin,

Direkt gesprochen nicht, aber indirekt. Z.B. zum Geburtstag gratuliert, Antwort: Du kannst ja mal kommen, aber wir sind sehr beschäftigt, müssen dies und das noch erledigen, dann langamtmige Schilderungen ihrer Freizeitaktivitäten. Also, das war schon ziemlich deutlich. Ich bin aber zumindest froh, dass ich mit dem ganzen Papierkram zurechtkomme, den früher immer mein Mann erledigt hat, und mit dem Haus und den Handwerkern, es scheint, es hätte alles darauf gewartet, bis ich übrig geblieben bin. Seltsamerweise habe ich in dieser Hinsicht keine Ängste. Wenn ich sinnvoll beschäftigt bin, ist es auch besser.

Ehrenamt würde sich da anbieten, aber ich bin nicht mehr die jüngste, um nicht zu sagen alt.

Wahrscheinlich kommt es auch auf die Tagesform an, vielleicht auch auf das Selbstbewusstsein an diesem Tag. Viele Dinge, über die ich früher nur lächeln konnte, ziehen mich nun tief hinunter und schüren die Ängste. Irgendwie kann ich die Ängste nicht ausleben und so gehen sie auf den Körper über. Das macht wiederum Angst, ein Teufelskreis also.

Aber danke, Karin, dass du dir Gedanken gemacht hast.

Linda
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#24
Hallo Linda,

Ich würde aber mit den Freunden dran bleiben, eventuell kannst du auch irgend wo mal mit.
In der Kirche gibt es immer so kleine ehrenamtliche Tätigkeiten, oft machen die auch kleine Tagesausflüge. Es gibt dort meistens auch Seniorenclubs. So alt bist du sicher noch nicht, dass du überhaupt nichts mehr machen kannst.
Prima, dass du mit dem Papierkram und allem was mit dem Haus zu tun hast gut zurecht kommst.
Du hast wahrscheinlich zu viel Zeit zum nachdenken, daher achtest du auch zu sehr auf deine Symptome. Die Ängste gehen auch wieder vorbei. Du sagst ja, dass es auf die Tagesform ankommt. dann sag dir einfach, heute geht es mir nicht so gut, aber morgen ist ja ein neuer Tag.

Gruß
Karin
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#25
Hallo Karin,

danke für den Denkanstoß. Ja, Seniorenclub wäre auch noch eine Option. Du hast sicher recht damit, wenn man sich von den vielen körperlichen Symptomen nicht verschrecken lassen soll. Das ist nämlich genau das, was ich tue. Und damit macht man sich noch unglücklicher.

Allerdings versuche ich, zu hinterfragen, weshalb es nun jetzt gerade wieder ein Symptom gibt, welcher flüchtige Gedanke dahinter steckt. Gelingt es mir, dann beruhige ich mich hinterher ein kleines bisschen. Manchmal macht mir die Überreaktion des Körpers  schon zu schaffen obwohl ich doch wissen müsste, dass sie nicht gefährlich ist. Bei mir gibt es einfach keine Lockerheit, mehr.

Heute morgen bin ich aufgewacht nach einem lebhaften Traum, Tinnitus hat eingesetzt und ich habe zwei Stunden gebraucht um meinen Körper wieder zurückzufahren, auch den Tinnitus. Wie ich dem begegnen soll , weiss ich einfach nicht.

Entspannungsübungen könnten da villeicht wirkungsvoller sein oder ein anderes Denkmuster. Keine Ahnung, ich stehe da noch ganz am Anfang.

Der Austausch hier tut mir gut, hoffentlich kann ich auch einmal etwas zurückgeben.

Linda
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#26
Huhu,

so einen richtigen Anfang gibt es auch nicht.
Alles ist ein Anfang, was du anders mit der Angst machst, als vorher.

Mir hat Autogenes Training sehr gut geholfen, vorallem zum Schlafengehen.
Da gibt es bei YouTube die "minddropstube".

Und die Denkmuster lassen sich wie gesagt auch nicht beeinflussen, erst das Verhalten, dann der Rest.
Wenn man traurig ist, kann man nicht glücklich sein und umgekehrt ist es auch so.

Was das ehrenamtliche betrifft: Man ist doch nie zu alt Smile Man ist immer so alt wie man sich fühlt.
Und man kann in jedem Alter etwas dazulernen.
Vielleicht hast du ja eine Sprache, die dich interessiert. Oder Bekannte, die man mal wieder anrufen könnte.
Ich habe so viele Bekannte und nur sehr wenig Freunde. Aber die Bekannten kontaktiere ich auch hin und wieder. Und Treffen kann man sich ja dennoch mal.
Vielleicht hast du du ehemaligen Klassenkameraden, mit denen du dich früher gut verstanden hast Smile

Wege und Möglichkeiten hat man immer wieder.
Auch wenn die Angst dich lähmt, du hast immer die Wahl.
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#27
Hallo,

Mit den Ehrenämtern ist das so eine Sache bei mir. Ich muss erst meine Trauer überwinden und möchte mich nicht gleich in ein neues Abnenteuer stürzen. Ich habe einfach nicht die Kraft dafür zur Zeit. Ich bin froh, wenn ich den Tag einigermaßen überstehe.

Ich bin seit über 25 Jahren beim Kath. Frauenbund und war früher dort auch aktiv. Was glaubt ihr? Es kam nicht einmal eine Beileidsanzeige, lediglich die Vorsitzende erschien bei mir, um den Beitrag zu kassieren, den ich im Zuge der Ereignisse vergessen hatte. Kein Hilfsangebot, nichts, nicht einmal ein tröstendes Gespräch. Also mit diesem Verein bin ich fertig, für mich sieht es so aus, als ob er sich nur selbst zelebrieren wolle. Mag sein, dass ich in diesem Zusammenhang nicht ganz gerecht bin.

Ich habe an acht verschiedenen Orten Deutschlands gewohnt, vielleicht auch deshalb ein wenig meine Wurzeln verloren. Aber zusammen mit meinem Mann ließ sich vieles aushalten.

Normalerweise sagt man sich, dass das es das doch gar nicht geben kann, dass plötzlich niemand mehr etwas mit einem zu tun haben will. Dachte ich auch.

Ich bin beim letzten Arztbesuch einer Bekannten begegnet, die ich schon lange kenne, und die zusammen mit ihrer Mutter immer mal wieder bei uns aufkreuzte. Ich ging auf sie zu, sagte Hallo, eigentlich ganz automatisch und sie: keine Reaktion, schaute durch mich hindurch, als gäbe es mich nicht, ich wagte noch ein weiteres Hallo, die selbe Reaktion. Ich habe sie daraufhin nachmittags angerufen, weil ich es einfach nicht glauben konnte. Sie ging nicht ans Telefon, ich weiss aber, dass sie meine Anrufe zurückverfolgen kann, weil sie früher immer zurückrief, wenn ich sie einmal äußerst selten, angerufen hatte, pustekuchen, nichts!

Ich war heute bei meiner Thera, die mich wieder etwas aufgebaut und in Bezug auf meine Ängste auch etwas beruhigt hat.
Ich bin froh, dass ich wenigstens sie habe, und nehme es jetzt einmal als Herausforderung an, allein zurecht zu kommen. Letztendlich sind wir doch alle allein.

Ich vetraue jetzt einmal auf das, was Brini gesagt hat, dass man immer mal wieder Möglichkeiten hat und nichts so bleibt wie es ist.

Linda
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#28
Hallo Linda,

es ist schon sehr traurig, wie herzlos manche Menschen sind. Aus dem Frauenbund würde ich sofort austreten und die Bekannte, so etwas gibt es eigentlich nicht. Da gibts nur eines, einen Neuanfang, was deinen Bekanntenkreis betrifft. Sicher musst oder sollst du erst mal die Trauer ausleben und zur Ruhe kommen. Aber ein bisschen Ablenkung ist trotzdem gut. Vielleicht ist der Seniorenclub dazu gut geeignet. Oder auch etwas in der Art, wo du regelmäßig aber nicht zu oft hin gehen kannst oder auch nicht, wenn du mal nicht magst. Meine Mutter hat als mein Vater nicht mehr da war auch mit dem Seniorenclub angefangen und inzwischen ist sie ständig unterwegs.

Gruß
Karin
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#29
Hallo Linda,

schließe mich Karin an, dass das nicht die feine englische Art war, wie die Dame sich dir gegenüber verhalten hat.
Also auch da würde ich keinen Finger mehr rühren.
Leider habe ich selbst schon ähnliches erlebt.

Wenn ich zB nach langer Zeit mal wieder bei meinen Eltern bin, da fragen Leute von früher nach mir. Aber anstatt mal mich selbst zu fragen, fragen sie eher hintenrum.
Und dann hab ich davon auch nicht viel...

Aber das gar nicht mehr reagieren, hatte ich 2015. Da war dann auch der Wandel meinerseits.
Eine damalige Kollegin, mit der ich mich sehr gut verstand, reagierte auf keinen meiner Kontaktversuche.
Bei Facebook konnte ich sehen, wenn sei meine Nachrichten gelesen hatte, aber eine Reaktion gab es irgendwann nicht mehr.

Da fühlt man sich wirklich veräppelt. Man kann auch so viel Arsch in der Hose haben und ehrlich sagen, wenn man meinen Kontakt mehr möchte, aber dieses Ghoasting ist schrecklich.
Klar, manchmal kann Offenheit verletzend sein, aber besser, als gar nicht zu wissen woran man ist.

Meine Therapeutin hatte dann mal gemeint, dass ich mich mental nicht mehr mit solchen Leuten beschäftigen sollte.
Also hab ich der "Freundin" eine letzte Nachricht geschrieben, einfach, damit ich sie endlich aus meinem Kopf entlassen konnte.
Das zog mir so viel Energie und schmälerte mein schon damals geringes Selbstbewusstsein.

Heute denke ich zwar auch ab und an darüber nach, aber nicht mehr so, dass es mich runterzieht.
Manche Menschen sind nicht dafür gemacht, weiter Teil unseres Lebens zu sein.

Traurig, aber so mehr Platz für wirkliche neue Freundschaften Smile
Hab darüber gestern mit meiner Freundin gesprochen. Sie ist ja wirklich die erste Richtige, die auch von sich aus mal nachfragt und Treffen vorschlägt.
Bei allen anderen bin ich ständig hintergerannt, nur um dann zu hören "keine Zeit".

Und ja, die Trauerphase solltest du erst abarbeiten, das ist klar. Jedoch stimme ich da erneut Karin zu, dass was anderes Erleben positiv dazu beitragen kann Smile
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#30
Hallo,

ich war gestern im Trauercafe. ich habe für mich festgestellt, dass die Zeit gekommen ist, dort Abschied zu nehmen. Nicht, weil es schlecht ist, sondern weil naturgemäß immer wieder neue hinzukommen, die sich erst einmal aussprechen müssen über das Erlebte.
Das wirklich Schöne war, dass ich danach mit einer anderen Witwe noch über eine Stunde in deren Auto geplaudert habe. Ohne Angst! Das war wirklich ein high-light für mich. Vielleicht treffen wir uns einmal privat.

Es scheint offenbar so zu sein, dass sich bei einem Todesfall die Spreu vom Weizen trennt. Ganz ähnliche Erlebnisse mit seinen Mitmenschen, sogar Verwandten, hat auch ein anderer Teilnehmer berichtet, ohne dass ich etwas von mir erzählt habe. Man wird immer wieder um Erfahrungen reicher.

Ja, mit dem Seniorenclub das ist eine gute Idee, Karin. Dadurch, dass du die Erfahrungen über deine Mutter weitergibst, hilfst du mir sehr. Mir helfen in jedem Fall Sozialkontakte.

Ich glaube, dass meine Ängste weniger werden, wenn ich nicht das Gefühl der Überforderung habe. Aber wie das meinem Unterbewussten beibringen?

Jetzt habe ich nur von mir geschrieben, komme mir richtig egoistisch vor.

Danke euch allen, Linda
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#31
Dafür musst du dich doch nicht entschuldigen, das ist ja "dein" Beitrag in dem du deine Sorgen, Ängst usw los werden soll und darfst. 
Das freut mich dem Gespräch mit der anderen Witwe das dir das so gut getan hat. Vielleicht ist so ein Seniorenclub wirklich gut. Ansehen kann man es sich ja mal.  Smile
124
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#32
Genau, es ist dein Beitrag Linda und da geht es nur um dich Wink
Also keine Sorge.

Ich merke auch, wenn ich mit mir alleine bin werden die Ängste oft präsenter, weil ich bei anderen einfach ich selbst sein kann.
Und wenn ich das nicht sein kann, dann kommen psychosomatische Symptome um zu sagen "du bist nicht du selbst, du verstellst dich gerade und das ist nicht gut".

Meine Therapeutin meinte mal, jeder sollte authentisch sein.

Ich weiß jetzt nicht, inwieweit das auf dich zutrifft, aber ich hab mich früher permanent verstellt, um anderen zu gefallen oder das andere nicht merken wie es in mir aussieht.
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#33
Hallo ihr Lieben,

bei mir ist es so eine allgemeine Lebensangst unter anderem. Gestern und vorgestern saß ich im Loch, dafür ist dann die Angst nicht so präsent. Ich habe mir vorgenommen, zum sozialpsychiatrischen Dienst gehen, wegen der psychotischen Erkrankung meines Sohnes. Ich habe den Eindruck, dass ich das alles nicht mehr allein bewältigen kann, zusätzlich zu meinen Ängsten. Außerdem noch die sehr lange Leidenszeit meine Mannes, der mir immer Stütze und Halt im Leben war. .

Das viele Alleinsein ist auch nicht gut, ich weiss, aber dadurch, dass ich Zuspruch von euch bekomme, fühle ich mich wieder etwas mehr ins Leben eingebunden. Jede von euch geschilderte Erfahrung ist nützlich, auch die Tatsache, dass unser Unterbewusstsein manche Dinge falsch bewertet, kann ich nachvollziehen.

Seltsamerweise ist es an manchen Tagen schlimmer als an anderen. Manchmal kann ich nicht einmal die Zeitung aufschlagen, ohne dass ich nicht in einen Schüttelfrost verfalle.

Ich will euch mit meinen Schilderungen nicht herunterziehen, bitte, sagt es mir, wenn ich das tue.

Euch allen noch einen erholsamen Feiertag

Linda
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#34
Hallo Linda,

warum denkst du nicht, an manchen Tagen ist es besser als an anderen. Das klingt viel besser und ist es ja auch.
Der sozialpsychiaterische Dienst ist eine gute Idee. Wohnt dein Sohn bei dir?

Du kannst dir alles von der Seele schreiben.
Ich wünsche dir einen schönen restlichen Feiertag und ganz viele schöne Tage.

Gruß
Karin
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#35
Hallo,

diese positive Rückmeldung tut einfach nur gut. Mein Sohn lebt größtenteils bei mir, nachdem er ja kein eigenes Einkommen hat. Ich bin durch seine Erkrankung unendlich belastet, deshalb auch der sozialpsychiatrische Dienst.

Das Schlimme für mich ist halt, dass sich die Ängste in körperliche Symptome umwandeln, was wiederum angstverstärkend wirkt und mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Ich sollte mir sagen, das ist nur die Angst, das ist unangenehm, aber nicht gefährlich, du wirst nicht verrückt, es vergeht auch wieder. Überlege mal, was sie dir sagen will! Manchmal kommt es eben urplötzlich dann bin ich wie gelähmt.
Es ist schwierig, die Angst auszutricksen. Aber ich versuche es!

Es hilft mir ungemein, mir alles von der Seele schreiben zu können, danke

Linda
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#36
Hallo Linda,
mit meinen 26 Jahren musste ich such schon oft die Erfahrung machen was die so genannten "Freunde" angeht. Die Gesellschaft ist wahrscheinlich auch nicht mehr das was sIe mal war... In meiner Generation sind immer alle eine zeit lang Best friends. Danach haben sie nichts mehr miteinander zu tun. Und grundsätzlich wohnen die Menschen, welche einem gut tun eh zu weit weg.
Da können wir aber schon mal froh sein über dieses Forum  Smile
Deine Geschichte finde ich wirklich beeindruckend und wie du damit umgehst!!!
Mein Freund hat Morbuc Crohn mit anfänglich sehr schwerem Verlauf. Inzwischen geht es zwar, aber wenn er mal Nächte hat in denen er sich vor Schmerzen krümmt, dann bin ich damit ja schon grundsätzlich überfordert. Mit mir selbst alleine dann schon.

Liebe Grüße
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#37
Huhu Linda,

keine Sorge. Schreib dir von der Seele, wie es dir gut tut.
Wir können uns Abgrenzen, sonst würden wir nicht antworten. Smile

Ich finde die Idee mit dem Dienst super.
Es ist nicht schlimm, Hilfe anzunehmen. Sonst würde es sie nicht geben und allgemein ist es auch mutig.

Für mich war es zB 2015 schwer mir einzugestehen, dass ich in meinem Beruf eine Niete bin.
Früher hab ich mich damit immer selber runtergezogen und fertig gemacht.
Doch dann habe ich mir gesagt "mag sein, dass das nicht der passende Beruf für mich ist, aber das Gelernte kann ich dennoch für die passende Arbeit nutzen".
Hat zwar einige Zeit gedauert, aber seit Anfang 2016 bin ich bei einer Firma, wo die Aufgabenfelder herausfordernd sind und Spaß machen.
Ich gehe gern auf Arbeit und fühle mich viel besser, als mit dem Stress, den ich damals hatte.

Auch wenn die Zukunft eher Ungewiss ist, wir können sie selbst zu unserem Vorteil gestalten Smile

Liebe Grüße
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#38
Hallo,


auch wenn die Zukunft eher ungewiss ist, wir können sie selbst zu unserem Vorteil gestalten.

Diesen Satz habe ich mir heute immer wieder vorgesagt. Überhaupt, finde ich, dass es hier einen tollen Zusammehalt gibt im Forum, was wohl auch möglich ist, weil es nicht so groß ist. Ich kann viel daraus lernen, auch, dass ich nicht allein zu kämpfen habe. Danke, für eure Offenheit!

Ich habe heute bei dem Sozialpsychiatrischen Dienst angerufen und einen Termin erhalten. Soweit so gut. Als ich den Hörer aus der Hand gelegt habe, fing ich an zu zittern, zu schwitzen, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, mein Rücken hat sich zusammengezogen, der Tinnitus verstärkte sich, leichte Zwangsgedanken kamen auf. Früher haben mir seelische Anspannungen nicht viel ausgemacht, was macht mein Körper nur da mit mir?

Mein Gott, habe ich mir gedacht, was bist du nur für ein Wrack! Das hat etwa so eine halbe Stunde gedauert, dann lichtete sich der Nebel wieder, ich bin aber sehr kaputt und müde.

Euch noch einen schönen Abend,

von Linda
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#39
Huhu,

ich vermute dein Körper hat darauf reagiert, weil du etwas "ungewisses" getan hast.
Du weißt ja nicht was bei dem Termin herauskommt, dann die Angst vor der Angst.

Früher ist ja leider nicht heute. Ich hab früher viele Dinge auch anders bewertet.
Aktuell bin auch ich wieder ins depressive gerutscht.

Dann höre ich mir gern bei YouTube den Herrn Christian Rieken an https://www.youtube.com/watch?v=d4BdBMkfq9o
Eines meiner Lieblingsvideos, die mich immer aufmuntern ist dieses hier: https://www.youtube.com/watch?v=gHfuzcmXs8A&t=27s
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#40
Hallo,

Früher ist ja leider nicht heute. Ich habe früher viele Dinge auch anders bewertet.

Jo, Brini. Da ist wirklich etwas dran.

Ich habe heute von unserer Pfarrei eine Gratulation zum 50. jährigen Ehejubiläum bekommen, d.h. mein verstorbener Mann und ich, wir wären heute 50 Jahre verheiratet gewesen. Mit lauter tollen Sprüchen, und dem Text, gerade im Alter ist es wertvoll, wenn man sich noch hat. Aber wenn nicht, wie ich?
Ich war so etwas von fertig, ich habe gezittert und die Angst kroch hoch, machte sich breit, Angst vor was, vor Verletzung, allem nicht mehr gewachsen zu sein ?

Dann habe ich mich am Riemen gerissen und gesagt, was hättest du gesagt, wenn das jemand anderem passiert wäre. Dumm gelaufen, eben! Tatsächlich, das hat mein Körper kapiert. Mein Gott, das war ein Sieg!

Ich kenne den Stimmungsumschwung beim Musikhören auch. Neulich hat mich Bayer. Blasmusik gerettet, ist eigentlich gar nicht meine Musik, vielleicht gerade eben deswegen.

Linda
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