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Wehret den Anfängen?
#1
Hallo,

hier ist mal wieder eine Neue. 
Und das in doppelter Hinsicht. Ich bin nicht nur Frischling hier im Forum, sondern generell im Thema Angststörung. 

Anfang August bin ich zum Arzt gegangen, weil ich wiederholt  "Kreislaufprobleme" hatte - dafür hab ich es jedenfalls gehalten. 
Puls oben, Schwindelgefühl, Ãœbelkeit. Das Gefühl, nicht genug Sauerstoff zu bekommen. Zittrig. Eiskalte und gleichzeitig schwitzige Hände, seltsames Prickeln in den Füßen. 

Der erste Vorfall war Mitte Juli. Da hatte ich beruflich einen Außer-Haus-Termin bei einem Geschäftspartner, Corona bedingt der erste seit vielen Monaten. Ich bin ein 'Gewohnheitstier' und werde schnell nervös, wenn irgend etwas 'außer der Reihe' ansteht. So auch vor diesem Termin. Aber zu der üblichen leichten Anspannung kamen diesmal die oben beschriebenen Symptome dazu. Dummerweise auf der Fahrt zum Termin, und so stark, dass ich befürchtet habe, ich könnte Ohnmächtig werden. Bin sicherheitshalber rechts ran gefahren. Scheibe runtergelassen. Tief durchgeatmet. Nach ein paar Minuten ausgestiegen, zwei, drei mal ums Auto gelaufen. Es wurde etwas besser, also vorsichtig weitergefahren. Bald danach die nächste "Welle", also nochmal angehalten. Nach ein paar Minuten ist es wieder abgeflaut, und ich hab den Rest der Strecke geschafft. Eine Kollegin war schon vor Ort und meinte besorgt, ich würde etwas blass aussehen. Aber dann mussten wir uns auf das Gespräch mit den Geschäftspartnern konzentrieren, und ich hab mich bald wieder 'normal' gefühlt.
Die nächsten Tage war nichts mehr, und ich hab nicht weiter über den Vorfall nachgedacht. 

In der Woche darauf hat es mich Mittwochs erwischt, auf dem Weg ins Büro. Diesmal an einem ganz gewöhnlichen Arbeitstag ohne besondere Termine, ohne irgendwelchen Stress. Wieder bei der Autofahrt. Es war stärker als beim letzten Mal, und ich stand fast 20 Minuten auf einem Parkplatz. Zittern, Schwindel, Ãœbelkeit. War schon kurz davor, einen Kollegen anzurufen ob er mich abholt, weil ich Sorge hatte einen Unfall zu bauen, wenn ich in dem Zustand weiterfahre. Aber irgendwo war da so eine Ahnung, dass da auch die Psyche mitspielen könnte. Und dass ich es vielleicht schlimmer mache, wenn ich jetzt 'kneife' und nicht weiterfahre. Mir ging ständig dieser Spruch durch den Kopf, dass man besser gleich wieder aufsteigt wenn man vom Pferd fällt, weil es um so mehr Ãœberwindung kostet, je länger man es hinauszögert. Also hab ich die Zähne zusammengebissen und bin weitergefahren. Und irgendwie auch heil angekommen, aber das flaue, beklemmende Gefühl hat noch den ganzen Vormittag angehalten. 

Die nächsten beiden Tage gings morgens schon los, sobald ich ins Auto eingestiegen bin. Irgendwie hab ich zwar geschafft, die komplette Strecke durchzufahren, hab mich aber ziemlich geschlaucht gefühlt und noch eine ganze Weile zittrig und unwohl.

Das Wochenende über war dann wieder alles gut.
Montag früh bin ich um halb vier aus dem Schlaf hochgeschreckt. Nassgeschwitzt, Puls am Anschlag. Schwindelgefühl, Ãœbelkeit. Raus aus dem Bett, ins Bad, zitternd über der Kloschüssel gehangen. Nach einer Weile aufs Sofa gelegt, und versucht ruhig durchzuatmen und wieder runterzukommen, aber die körperliche Unruhe wurde eher stärker. Bin dann gute zwei Stunden in der Wohnung hin und her gelaufen wie der Tiger im Käfig, gleichzeitig müde und aufgedreht von Adrenalin. Hin- und hergerissen, ob ich mich krankmelden und einigeln soll oder trotzdem zur Arbeit. Hab mich dann aufgerafft und bin zur Arbeit, hoffend und betend dass ich nicht komplett die Kontrolle verliere und keinen Unfall baue.

Am gleichen Tag hab ich in der Arztpraxis angerufen, weil ich wissen wollte, was zum Teufel mit mir nicht stimmt. Und habe zum Glück gleich für den Folgetag einen Termin bekommen. Die Ärztin hat sich Zeit genommen, sich alles angehört, eine erste Untersuchung gemacht - Herz und Lunge abhören, Reflexe testen, Nacken, Rücken, Bauch abgetastet, Blutdruck gemessen etc. Nichts ungewöhnliches gefunden. Sie meinte dann, wir sollten auf jeden Falls noch EKG und Herz-Ultraschall machen, und evtl. auch noch HNO und Neurologen zuziehen, um organisch alles abzuklären. Dass sie aber meiner Beschreibung nach eher etwas anderes vermutet, eine Angststörung. Ob ich damit schon mal zu tun hatte?

Das musste ich erst mal sacken lassen. Nein, hatte ich nicht. Ok, ich bin wie gesagt leicht aus der Ruhe zu bringen. Werde schnell nervös wenn ich mit irgendwelchen neuen Situationen konfrontiert bin oder etwas nicht nach Plan läuft oder ich schlicht nicht weiß, was auf mich zukommt. Prüfungsangst ist ein Thema für mich, schon seit der Schulzeit, vor allem bei mündlichen bzw. praktischen Prüfungen. Wenn ich vor Leuten reden, etwas zeigen / präsentieren soll, im 'Rampenlicht' stehe. Oft habe ich, wenn Fremde dabei sind, schon bei der Vorstellungsrunde einen trockenen Mund, Herzklopfen und zittrige Knie, selbst wenn ich nicht mehr tun muss als nur meinen Namen zu sagen, und vielleicht noch was ich mache und wo ich herkomme. Sowas stresst mich. Ich neige zum grübeln und hab mir schon oft anhören dürfen, dass ich mir zu viele Gedanken mache und Dinge doch mal lockerer nehmen und einfach auf mich zukommen lassen soll. 
Aber dass solche körperlichen Symptome völlig ohne Anlass auftreten, in normalen Alltagssituationen, ist neu für mich. 

Naja, jedenfalls wurde in den nächsten Tagen noch EKG gemacht, Ruhe-, Belastungs-, und auch Langzeit über 24 Stunden. Und natürlich der typische Vorführeffekt: in den 24 Stunden kein Vorfall, obwohl ich auch an dem Tag zur Arbeit gefahren bin. In der Auswertung keinerlei Auffälligkeiten. Blutbild und Herzschall ebenfalls ohne Befund. 

Parallel dazu hab ich mich ins Internet gestürzt und gesucht, was über Angststörungen zu finden ist. Bin mir aber nach wie vor nicht sicher, ob ich da auf der richtigen Spur bin. Einerseits ja, die Symptome passen dazu. Und ich denke auch, dass es eher eine psychische Sache ist als eine organische. Die Ãœberweisungen für HNO und Neurologe hab ich jedenfalls immer noch zuhause liegen, und kann mich nicht überwinden, Termine zu machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch die nichts finden werden. 
Aber das komische für mich ist , dass da so eine Diskrepanz ist zwischen den körperlichen Symptome und meinem emotionalen Empfinden. Mein Körper ist im Alarmzustand, aber ich empfinde dabei keine Angst, jedenfalls nicht primär. Da ist vielmehr Ratlosigkeit, weil ich noch immer nicht ganz verstehe was da passiert und warum. Frustration, weil es immer wieder passiert, und Wut darüber, dass ich es nicht in den Griff bekomme, nicht abstellen kann. Viele andere beschreiben, dass sie in diesen Momenten tatsächlich Angst empfinden oder sogar regelrechte Panik. Angst schwer krank zu sein, Angst zu sterben. Das ist bei mir anders. Mein Körper ist aufgeregt und angespannt, aber 'im Kopf' kommt diese Angst (noch??) nicht an. 
Ich weiß nicht, wie ich es gut erklären soll... es ist z.B. (noch?) nicht so, dass mir das Autofahren an sich Angst macht, ich steig nicht ein und denke "oje, das ist so gefährlich, da kann so viel passieren"... Die Symptome sind quasi zuerst da, und dann hab ich schon auch Sorge, dass sie mich so stark ablenken oder beeinträchtigen, dass ich deshalb einen Unfall habe. Aber es gibt auch Tage wo es ausbleibt und dann hab ich nach wie vor sogar eher Spaß am Auto fahren. Und wenn es anderswo vorkommt, hab ich auch keine Angst, dass mir irgendetwas schlimmes zustoßen könnte, es ist einfach nur sehr unangenehm wenn der Körper so überreagiert und ich fühl mich dem hilflos ausgeliefert. 

Was aber tatsächlich schon ein Thema für mich wird, ist die Angst vor diesen "Episoden", bzw. vor allem davor, dass sie sich verstärken könnten. 
Wenn ich von anderen lese, welche Ausmaße eine Angststörung annehmen kann, wie stark sie das Leben einschränken kann. Und das es etwas ist, was man vielleicht nie wieder ganz los wird. Dieser Gedanke besorgt mich schon. Dass es noch sehr viel schlimmer werden, und mich für den Rest meines Lebens begleiten könnte.

Und was mir sehr zu schaffen macht, ist dieses Unberechenbare, Unvorhersehbare. Nicht zu wissen, durch was es ausgelöst wird, wann und wo es das nächste mal auftritt und wie stark. Die letzten Wochen waren ein Auf und Ab. Mal ist 5 oder auch 8 Tage gar nichts. Mal ist es nur an einem einzelnen Tag, mal an mehreren hintereinander. Mal dauert es nur ein paar Minuten, mal hält es mehrere Stunden an. Mal reißt es mich aus dem Schlaf, mal kommt es morgens, mal abends. Mal zuhause, mal unterwegs. 

Anfang September hatte ich 14 Tage Urlaub. Da war die ersten anderthalb Wochen Ruhe, und ich dachte schon, dass mich der Arbeits-Alltag vielleicht doch mehr gestresst hat als mir bewusst war, und dass der Abstand geholfen hat. Dann ging es plötzlich morgens im Frühstücksraum im Hotel los. Soviel zu der Theorie...

Und mir fehlt jemand, mit dem ich darüber sprechen kann. Außer der Ärztin habe ich noch niemandem davon erzählt. Ich bin ein ausgemachter Intro und hab wenig soziale Kontakte außerhalb des Jobs. Niemanden, dem ich mich damit gern anvertrauen bzw. den ich damit belasten möchte. Mein Partner hat seine Vorzüge und Stärken, aber mit so einem Problem könnte er nicht gut umgehen. Er ist technisch und handwerklich sehr geschickt und kann so gut wie alles reparieren - aber das hilft hier nicht weiter und mit sowas kommt er nur schlecht zurecht. 
Darum bin ich froh, hier eine Anlaufstelle gefunden zu haben. Auch wenn ich noch nicht mal ganz sicher bin, ob das was ich habe überhaupt unter "Angststörung" fällt.
Jedenfalls schon mal danke fürs  "zuhören". 

Für mich stellt sich jetzt vor allem auch die Frage, wie geh ich um mit dieser Störung, und mit der Angst vor der Angst? Noch ist es so, dass sie mich zwar gedanklich beschäftigt, mein Leben aber nicht direkt einschränkt. Ich gehe weiter meinem Alltag, meiner Arbeit nach etc.

Wieviel Raum gebe ich ihr, wie sehr muss und darf ich mich damit auseinandersetzen? Wäre ignorieren die richtige Strategie, es soweit wie möglich aus meinen Gedanken verdrängen, es auf sich beruhen lassen solang es mich in Ruhe lässt? Oder kommt es dann um so stärker zurück? Wäre es besser, sich intensiver damit auseinanderzusetzen, sich quasi prophylaktisch auf den nächsten Schub vorbereiten... vielleicht auch Atem- und Entspannungsübungen trainieren oder ähnliches, um besser vorbereitet zu sein? Mich vielleicht sogar um eine Therapie bemühen, nach dem Motto, "wehret den Anfängen"? Oder provoziere ich es damit regelrecht, steigere mich viel zu sehr in das Thema rein? Wie findet man da die richtige Balance?
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#2
Nun, dem, was Du beschreibst, kann im Prinzip schon eine neurotische Störung zu Grunde liegen. Oft sind Hausärzte/innen schlau und können sowas gut erkennen. Zudem passt Deine Persönlichkeit , wie Du sie beschreibst, schon auch dazu.

Aber bevor Du nun zu Schlussfolgerungen "springst", sollte diese Sache mindestens einmal "abgeklärt" werden, d.h. die Besuche beim HNO und Neurologen solltest Du in jedem Falle wahrnehmen. Zudem mag es Sinn machen, auch noch mal beim Gyni bzw Endokrinologen/Internisten nachzufragen, ob man noch ein paar möglicherweise relevante Hormonparameter bestimmen könnte.

Kommt da überall nix raus, dann ist ein psychologische Evaluation sinnvoll. Dabei wird geklärt , ob das rein aus dem Muster erlernter Verhaltensweisen im Sinne einer Neurose kommt. Manchmal kann eine organische Ursache (zB Depression) sich auf seltsame Art demaskieren, was aber selten ist.

Du beschreibst Dich oben als im Beruf engagierte Person, die grübelt. Vermutlich bist Du immer bestrebt, Deine Sache gut zu machen. Die Leistung muss stimmen. Prüfungsangst (Angst vor schlechter Perfromance, was werden die Leute denken?). Du wirst Deiner Verantwortung im Beruf gerecht. Die Umgebung schätzt Dich dafür hoch ein. Wenn es mal rau ist, dann Zähne zusammenbeissen. Wieder rauf aufs Pferd. DAS klingt nicht in sich ruhend , sondern recht "ungechillt", oder nicht?

Das Muster dieses Verhaltens wird über Jahre bis Jahrzehnte eingeübt. Oft ist es so, dass man mit dem Leistungsprinzip und er dadurch erzielten Anerkennung ein zugrundeliegendes Problem kompensiert. Das muss man nicht notwendigerweise auf dem Schirm haben. Funktoniert alles ziemlch gut, solange wir in den besten Performance Jahren sind. Aber wenn wir etwas älter werden, mer Verantwortung bekommen, Haus, Familie, Kinder (oder keine) , kränkelnde Eltern etc dazu kommen, dann klappt das Kompensieren nicht mehr so gut, und die im Unterbewusstein vorhandenen unbewussten Probleme machen sich Luft. Bei manchen mit Zwang, bei anderen mit Hypochondrie, bei anderen zB mit Panik, so wie das bei Dir ist, oft epiodenhaft.

Das Perfide dran ist, dass das von Dir nicht kontrollierbar ist, und auch nicht erklärbar. Das liegt in der Natur des Unterbewusstsein, welches sich oft (nicht immer) rationalen Erklärungen entzieht.
Daraus resultiert ein erster Rat (neben der smaotischen Abkärung).
Du reagierst auf die "Störung" sofort mit allerlei Aktivität. Klar, wenn was nicht funktioniert, geht man zum Arzt für den "fix". Sollte es Panik sein, wie eine neurose, dann gehen wir ins internet und lesen, was man machen kann, also los ENtspannungsübung, Ignorieren, Trainieren, Verdrängen, Balance finden. Was kann ich tun, wie provoziere ich etc pp.
Diese Logik funktioniert aber nicht. Das ist alles viel zu proaktiv. DAs Unterbewusstsein reagiert nicht in diesen Kategorien.
Es ist ja nocht ausgemacht, dass Du unter einer Angststörung leidest.
Ich empfehle Dir, wenn da organisch nix rauskommt, eine psychologische Sprechstunde aufzusuchen. Da wird man rausfinden können, ob es etwas Interessantes gibt, über was es zu sich nachzudenken lohnt.

Ansonsten ist weniger oft mehr. Sich nicht zu wichtig nehmen ist ein Schlüsselfaktor. Es kann eine Angststörung sein, oder auch nicht. Das ist egal. Es gilt zu akzeptieren, dass das ein oder andere Gepäckstück auf der "grossenTreppe" nach oben dazukommt. Darüber kann man sich ärgern, aber dann geht es weiter. Je weniger wir uns mit uns selber beschäftigen, desdo einfacher geht es.
Wir neigen sehr dazu, unsere luxuriöse Existenz zu optimieren, ein glückliches Leben zu führen und daraus das Beste zu machen.
Darauf haben wir aber kein Recht, und wenn was dazwischen kommt, dann führt das bei manchen zu schierer Verzweiflung.

Das klingt alles etwas semiphilosphisch und evtl abgehoben oder gar überheblich, ist aber nicht so gemeint.
Wir unerliegen aber einem Alterungsprozess, der früher oder später ein tötliches Ende nimmt, und all diese Denkaufgaben sind nichts weiter als die Vorbereitung auf den Tot.
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#3
Vielen Dank Gopi für Deine ausführliche Antwort. 
Die muss ich noch einige Male durchlesen und in Ruhe verarbeiten.

Es gibt da schon ein paar Punkte, wo ich mich angesprochen - um nicht zu sagen ertappt - fühle.

Leistungsdruck, auch (oder vor allem?) selbstgemachter, ist sicher ein Thema bei mir. 
Gute Ergebnisse abliefern, in mich gesetzte Erwartungen erfüllen, niemanden enttäuschen, keinem zur Last fallen. Die Zähne zusammenbeißen und weitermachen, auch wenn es mir mal nicht so gut geht, und es möglichst niemanden merken lassen. Das sind "Leitsprüche" die ich tief verinnerlicht habe. 
Ich wünsche mir oft mehr Gelassenheit, und kann doch nur selten raus aus meiner Haut. 

Aber ok, mögliche organische Ursachen sollte ich wohl noch nicht ganz ausschließen und weitere Untersuchungen machen lassen.
Als ich Deinen Hinweis auf einen Endokrinologen gelesen hab, ist mir wieder ein Fall in den Sinn gekommen, über den ich vor einigen Wochen gelesen habe. Da war eine Frau schon gute anderthalb Jahre wegen einer vermuteten Angststörung in psychotherapeutischer Behandlung, als sich herausgestellt hat, dass sie einen Tumor an der Nebenniere hat, durch den unter anderem auch der Adrenalinhaushalt aus dem Ruder gelaufen ist. Und das ist sicher nur einer von vielen möglichen Auslösern für eine solche Störung... Also dranbleiben.
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#4
Nun, eine organische Ursache erforderte eine andere Herangehensweise, und daher gehört das zumindest untersucht.

Allerdings ist auch der Leistungsdruck eine Sache,über die Du mal "in Ruhe" nachdenken solltest. Verfolgst Du Deine Ziele, also Ziele und Wünsche, die aus Deinem Inneren kommen, oder sind es die Ziele anderer? Was passierte denn, wenn Du mal nicht lieferst?
Unsere Gesellschaft und die Erziehung (60er bis 80er Jahre) sind da sehr prägend.
Mir geht/ging es da sehr ähnlich.

Glaub nicht, dass man Gelassenheit so einfach herstellen kann. Bei solchen erlernten, die Persönlichkeit prägenden Mustern ist das tief drin. Lauf also nicht in die "Beratungsbuch Falle", d.h. es gibt darüber unzählige Bücher und Ratgeber, ENtspannungsübungen, Homöopathen etc. Das ist alles nur sehr begrenzt wirksam, wobei Entspannungsübungen natürlich akut immer gut sind.

Am bedeutendsten ist es vermutlich, sich und die Befindlichkeit nicht so wichtig zu nehmen.
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