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Dunkle Monate
#1
Hallo Zusammen,

Ich leide seit ca. 15 Jahren an einer Angst- und Panikstörung und dadurch an depressiven Episoden.

Ich habe bereits 2 Therapien hinter mir und auch etwa ein Jahr Medikamente genommen. Zurzeit befinde ich mich auch in einer Gesprächstherapie die etwa alle 3-4 Wochen stattfindet.

Warum ich nun schreibe ist, dass ich das Gefühl habe nun zu resignieren. Bisher dachte ich immer, wenn das oder jenes ist hört das endlich auf.

Aber keine Therapie oder Medikamente haben mir bisher geholfen. 

Ich war in einer sehr unglücklichen Ehe. Ich habe mich scheiden lassen , mittlerweile einen neuen Partner, der mich sehr glücklich macht und 2 Kinder die beide super sind und ich sie sehr liebe.

Aber diese verdammten Ängste und die Panik kommen immer wieder ne ich habe jetzt nochmal stark bemerkt, dass es in den Herbst und Wintermonaten verstärkt vorkommt. Die Tage an denen es früh dunkel wird sind für mich eine Qual. Unruhe Angst kommen und nach einigen Wochen beginnt eine depressive Verstimmung.

Gibt es vielleicht jemand der Tips hat damit umzugehen? Also mit den dunklen Tagen.

Zu meiner Angst, sie hat sich im laufe der Jahre oft gewandelt, am Anfang stand eine soziale Phobie, dann Angst vor Krankheiten und Tod, jetzt sehr stark vor Krebs und davor das meine Kinder ohne mich aufwachsen. Dazu, meine Mutter und meine Tante sind früh an Krebs verstorben und vor 3 Jahren auch meine Freundin, die einen kleinen Sohn hatte, genauso alt wie meiner. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Jetzt ist es so dass ich bei allem immer denke ich hätte Krebs und das ist dann so in meinem Kopf drin, dass ich Wochen brauche da einigermaßen rauszukommen. Meine Freundin sagte jetzt ihr Arzt meint, Menschen die Angst davor haben Krebs zu bekommen, bekommen ihn eher. Das ist für mich so eine schlimme Aussage. Kennt ihr das? Ist das so?

Jetzt habe ich schon sehr viel geschrieben. Ich weiß gar nicht wie das hier läuft. Ich habe nach all den Jahren dass Gefühl dass meinen Freunden das Thema Angst zum Hals raus hängt und ich möchte einfach auch niemanden belästigen, weshalb ich hier nach Kontakten suche. In denen es um Angst gehen kann aber natürlich nicht nur. Würde mich sehr über online „brieffreunde“ freuen.

Danke schonmal!
Viele Grüße 
Hanna
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#2
Hallo liebe Hanna!

ich kann dich sehr gut verstehen. Man unternimmt alles und trotzdem hat man das Gefühl, man kommt nicht weiter. Hast du vielleicht schonmal an einen Klinikbesuch gedacht? Vielen scheint sowas zu helfen, ich weiß natürlich nicht wie du zu so etwas stehst....

Ich habe mir jetzt als die Tage immer eher dunkler wurden eine Tageslicht Lampe geholt. Sie soll das Sonnenlicht simulieren und so die Vitamin D Produktion steigern. Ob das alles so funktioniert weiß ich nicht. Mir hilft das extra Licht aber meine Laune zu verbessern. Immer wenn ich mich zum meditieren oder auch zum puzzeln hinsetze, schalte ich die Lampe ein. Wenn ich dann noch die Augen schließe, ist es fast so als würde mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Auch wenn es nur ein Placebo Effekt sein sollte, hilft es mir.
Ich habe auch viele Lichterketten, Kerzen und andere schöne Lichter in meinen Räumen und das nicht nur zur Weihnachten. Ich versuche es mir so gemütlich wie möglich zu machen.
Zudem versuche ich auch viel draußen zu sein, damit ich so viel wie möglich von dem bisschen Tageslicht habe. Natürlich geht das bei viel beschäftigen Personen leider schwer...

Auch die ständige Angst an etwas erkrankt zu sein ist mir nicht fremd. Auf der Seite meines Vaters sind alle an Krebs gestorben. Das einzige wie ich mich beruhigen kann ist, regelmäßig zur Krebsvorsorge und Kontrolle zu gehen. Sonst versuche ich diese Gedanken einfach zu ignorieren.....

Ich wünsche dir noch sehr viel Kraft und denk daran, du bist nicht allein!

Liebe Grüße
Lux
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#3
Liebe Hanna.Goldstaub,
kenne ich alles. Was kann ich dir sagen? Erst einmal: der Arzt, der das angeblich gesagt hat, kann behaupten, was er will, es stimmt nicht. Extrem viele Menschen, die überhaupt keine Angst haben, immer gesund und in ihrer Mitte, bekommen genauso Krebs wie andere. Sportler, Schauspieler, sogar Ärzte selber. Es kann jeden erwischen, das ist das Leben. Es gibt einen uralten Hang, Kranken die Schuld an ihrem Kranksein zu geben, bis heute. Susan Sontag schrieb schon 1977 ein Buch darüber: „Krankheit als Metapher“. Aber mal was anderes: warum erzählt dir eine Freundin diesen Unsinn? Was für eine Freundin ist das denn? Eine Freundin ist dazu da, dir Mut zu machen, dich positiv zu unterstützen. Dass du niemandem „zur Last“ fallen möchtest, ist ein Zeichen von Depression und fehlendem Selbstwertgefühl (ich kenne es alles auswendig). Du bist genausoviel wert wie  j e d e r  andere Mensch! Auch mit Ängsten! Allerdings tut es dir selbst nicht gut, solltest du Ängste und Depressionen als Hauptthema mit deinen Freundinnen und Freunden kommunizieren. Immer raus aus diesem Gedankengefängnis und sich mit schönen, guttuenden und lustigen Themen befassen, das halte ich für ganz wichtig. Zwinge dich dazu. Ich hatte in schweren Zeiten von Depression Tage, wo ich sie „vergaß“, das war unglaublich, unglaublich schön und erleichternd, zeigte es mir doch, dass ich ganz „normal“ bin, und frei von Depression sein kann. An diesen Tagen war ich angenehm gefordert, hatte viele menschliche Begegnungen und Kontakte und war irgendwie „erfüllt“. Vielleicht kennst du das auch. Darauf musst du bauen, darauf musst du bestehen, dazu musst du dich zwingen. Es ist ein Sport.
Herzliche Grüße!
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