Angst und Panik, unglücklich
#1
Hallo,

ich habe mich schon ein bisschen eingelesen und erkenne mich in vielen Beiträgen wieder. Ich leide seit ca. 10 Jahren unter Panikattacken und Ängsten und bin fast genau so lange in Therapie, mal geht es mir besser, mal schlechter.  Bis jetzt war ich nur in ambulanter Therapie, aber so richtig geholfen hat sie scheinbar noch nicht. Besonders schlimm ist mein ständiges Herzstolpern, was über die Jahre immer schlimmer wurde, bis ich es zuletzt fast durchgehend hatte. Ich war ständig beim Kardiologen, aber alles was gefunden wurde waren harmlose Extrasystolen. Bis jetzt, jetzt wurde plötzlich eine minimal verringerte Pumpleistung festgestellt. Die Kardiologen vermuten, dass das daher kommt, dass ich so viele Extrasystolen habe. Jetzt habe ich ein Medikament bekommen, welches die Extrasystolen gut unterdrückt und in ein paar Wochen habe ich eine Kontrolluntersuchung. Bis dahin muss ich einen tragbaren Defibrillator tragen und werde fast wahnsinnig. Diese ständige Angst, dass ich eventuell doch eine Herzschwäche haben könnte. Die Ärzte halten es zwar für unwahrscheinlich, da vorher auch nie etwas gefunden wurde, aber wer weiß. Für die vielen Extrasystolen haben sie keine körperliche Ursache gefunden. 

Kann es tatsächlich sein, dass diese Extrasystolen nur von psychischen Problemen verursacht werden und zwar so heftig, dass tatsächlich ein körperlicher "Schaden" entsteht? Ich bin am verzweifeln, meine Gedanken drehen sich nur um mein Herz, meine Gesundheit und die Ängste. Ich habe Angst mit der Bahn zu fahren, ins Kino zu gehen, in Situationen zu sein aus denen ich nicht weg kann, ich traue mich nicht zu fliegen oder in den Urlaub zu fahren, habe Angst vor langen Autofahrten. Ich habe Angst, dass meiner Familie etwas Schlimmes passieren könnte, dass ich jemanden verliere. Ich bin immer angespannt, bekomme oft Beklemmungsgefühle in allen möglichen Situationen und muss schnell wieder nach Hause. Ich bin so verzweifelt und unglücklich, eigentlich habe ich ein gutes Leben, habe mein Studium beendet, eine tolle Familie, gute Freunde, wohne mit meinem Freund in einer schönen Wohnung und muss mir eigentlich um nichts Sorgen machen. Aber es geht mir einfach nur schlecht, ich kann das alles nicht genießen und einfach glücklich und fröhlich sein, weil mich diese Ängste ständig begleiten. Ich fühle mich so gefangen, obwohl ich es eigentlich nicht bin. Ich habe Angst, dass diese Ängste mich mein ganzes Leben begleiten und ich nie wieder so glücklich sein kann, wie ich es vorher war. Und ich habe Angst, dass ich diese ständigen Ängste irgendwann einfach nicht mehr aushalten kann, ich fühle mich so schrecklich Sad

Danke fürs lesen, vielleicht hat noch jemand einen Ratschlag für mich, wie ich da wieder raus komme
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#2
Guten Morgen Lica,

für mich hast du ja schon mal den ersten Schritt gewonnen und das hier ins Forum geschrieben - Herzlich Willkommen  Applaus

Ich gehe mal davon aus, dass dein Umfeld weiß, wie es dir geht oder? Nmmst du auch Medis?

Machmal fühlt man sich wie in einer Spirale die nach unten geht und dreht sich im Kreis. Ist aber ganz normal, das kommt vor. Man möchte es halt so "schnell wie möglich wieder los werden". Da sage ich dir dann, eins nach dem anderen, nur keinen Druck ausüben Smile

Mit den Herzstolpern kenne ich mich ehrlich gesagt nicht wirklich aus. Wir haben hier im Forum aber schon ein paar, die das tun. Dazu gibt es auch schon ältere Beiträge.
Ich persönlich glaube leider schon, dass sich die Psyche so enorm auf den Körper auswirken kann. Ich denke mir das auch immer mit meinem Magen... Wenn du dich aber regelmäßig untersuchen lässt, dann bist du ja auf der sicheren Seite und die Ärzte würden frühzeitig etwas erkennen.
Ein Freund hatte 20 Jahre Herzrasen  (zeitweise stundenlang). Nun haben sie ihm was eingesetzt und es geht ihm wunderprächtig.

Wünsche dir einen enspannten Tag!
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#3
Hallo Lica,

Herzlich Willkommen hier im Forum.
Ich kann deine Sorgen sehr gut nachvollziehen und auch das stolpern kenne ich zu gut. Ich erkenne mich in deinem Beitrag komplett wieder.

Ich habe auch mehrere ambulante Therapien hinter mir und auch immer das Gefühl gehabt, dass die Besserung zwar eine Zeit anhält, aber dann war es das auch. Hast du dir mal Gedanken gemacht, ob du vielleicht mal eine stationäre oder teilstationäre Behandlung machst? Mir hat ein 8 wöchiger Aufenthalt in einer tagesklinik sehr geholfen. Ich war danach über 2 Jahre komplett Angst und Sorgen frei bzw auf das Level eines “normalen“ Menschen zurückgesetzt.

Ich hoffe für dich, dass die kontrolluntersuchung ergibt, dass dein Herz keine Schwäche hat und das alles durch die Psyche kam. Leider wirkt sich das alles sehr auf den Körper aus Sad

Berichte uns doch, was dein Arzt nach der Untersuchung gesagt hat

Viele grüße
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#4
Hi,

lieben Dank für eure Antworten. Ich werde auf jeden Fall berichten, was raus kam, In knapp 2 Wochen ist es endlich soweit, einerseits habe ich richtig Angst, dass tatsächlich etwas schlimmes gefunden wird, aber ich habe auch die Hoffnung, dass alles "nur" psychisch bedingt ist.

Mein Umfeld weiß so ungefähr, wie es mir geht, dass ich Ängste habe, aber wie schlimm es wirklich ist, wissen sie denke ich nicht. So genau erzähle ich es auch nie, weil ich eigentlich ein normales Leben führen und nicht in Watte gepackt werden möchte. Bis auf das Herzmedikament, was ich seit April habe nehme ich keine Medikamente. Vor einer ganzen Weile hatte ich mal Johanniskraut, habe es dann aber wieder abgesetzt.

Manchmal habe ich auch Tage, an denen ich gar nichts habe. Da fühle ich mich, als könnte ich Bäume ausreißen, Berge versetzen und alles tun, was ich möchte. Ich habe das Gefühl, ich habe es geschafft, habe keine Angst mehr und kann meine Angst auch irgendwie nicht mehr nachvollziehen, verstehe selbst nicht mehr, warum ich überhaupt so eine Angst habe. Und dann kommt meistens aber ziemlich schnell wieder die Wendung und ich bin wieder mit meiner Angst gefangen und werde sie nicht los.

Über eine stationäre oder teilstationäre Therapie habe ich schon nach gedacht, aber ich weiß nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Momentan ist meine Arbeitssituation etwas kompliziert und ich habe Angst, dass ich dann länger in die Arbeitslosigkeit rutsche :Sad Aber ja, das wäre vielleicht nochmal eine Möglichkeit, wenn gar nichts mehr hilft.
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#5
Hi,

ich wollte euch ja von meinem Kontrolltermin berichten. Am Freitag war ich also wieder in der Klinik, es wurde ein EKG und Ultraschall gemacht, außerdem wurden die Daten von meinem tragbaren Defibrillator ausgewertet. Leider lief alles nicht so wie erhofft. Da ich mich mit dem Medikament wesentlich besser fühle und viel weniger Beschwerden habe, bin ich davon ausgegangen, dass der Defi nun endlich weg kommt, dass ich mir keine Sorgen machen muss und dass mich diese Sicherheit auch in meiner Therapie weiterbringt. Aber pustekuchen. Auf dem EKG wurden leichte Veränderungen festgestellt (angeblich nichts schlimmes) und das Ultraschallbild sieht eigentlich gleich aus, eventuell sogar ein bisschen besser. Also eigentlich ganz gut. Der Defibrillator kann jetzt aber doch nicht weg, da ich jetzt erst nochmal ein Langzeit EKG über 7 Tage und ein MRT machen muss, um die Situation besser einschätzen zu können. Ich habe dann nachgefragt, woher das ganze denn kommt und ob das psychisch bedingt ist. Woher es kommt weiß niemand und dass es in diesem Ausmaß psychisch bedingt ist glaubt keiner mehr. Sicher wird es durch den psychischen Stress und die Ängste verschlimmert, aber nicht ausgelöst. Nun wurde mir gesagt, dass ich eine Rhythmusstörung und keine harmlosen Extrasystolen habe, mein Risiko an einem plötzlich Herztod zu sterben sei erhöht, wie sehr kann aber niemand einschätzen. Dass das ganze nochmal irgendwann weg geht sei auch unwahrscheinlich. Und egal, wie die nächsten Untersuchungen ausfallen, sollte ich mir über einen implantierten Defi Gedanken machen und das Medikament muss ich wohl mein Leben lang nehmen. Da bin ich erst mal fast vom Stuhl gekippt, seit über Zehn Jahren werde ich als Psycho hingestellt und beim letzten Gespräch hat sich das ganze noch ganz anders angehört. Da war davon die Rede, dass immer mal versucht wird das Medikament abzusetzen und dass ein Defi wahrscheinlich nicht notwendig wird. Mir hat es den Boden unter den Füßen weg gezogen plötzlich eine solche Nachricht zu bekommen, ich könnte nur heulen die ganze Zeit, insgesamt geht es mir wieder schlechter und meine Angst ist richtig schlimm. Ich hatte so gehofft, dass alles gut geht und ich den scheiß nochmal irgendwann los werde, aber jetzt Sad ich könnte nur heulen und habe Angst zu verzweifeln und alles nicht auszuhalten
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#6
Guten morgen Lica, 
das tut mir sehr leid, das du jetzt solch ein Ergebnis bekommen hast. Nur verständlich das du da mit der Angst rum läufst. 
Vielleicht wartest du erst mal die nächsten Untersuchungen ab, vielleicht ist es doch nicht so schlimm wie es jetzt scheint. Aufjedenfall solltest du das in der Therapie ansprechen, du machst doch noch eine oder? 
Ich wünsche dir auf jedenfall alles Gute, fühl dich gedrückt.  065
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