evtl. der falsche Psychologe?
#1
Hallo Liebes Forum,

ich schreibe weil meine Freundin vor 2 Monaten einen Emotionalen Zusammenbruch hatte, aufgrund heftiger Ereignisse in der Kindheit und vor 2 Monaten ist etwas in Ihr passiert und sie kann seitdem nicht mehr alleine das Haus verlassen, nicht mehr studieren gehen usw.

Wir kämpfen uns zusammen seitdem Ihr Leben Stück für Stück zurück, der Gang zum Briefkasten, beim Bäcker eigenständig Brötchen kaufen usw.

Sie hat jetzt die 3. Sitzung bei einem Psychologen hinter sich und seine Methoden kommen mir ein wenig merkwürdig vor.

Er gibt ihr jede Woche ein medizinisches Fachbuch mit, sie soll es lesen und ihm dann sagen was sie davon hält und ob das auf sie zutreffen könnte, unter anderem über Borderline usw.

Zu Ihrer Angststörung sagte er folgendes: Er will eine knallharte Konfrontationstherapie starten, okay Konfrontationstherapie finde ich vom Grund auf gut, wir haben das ja schon privat immer wieder gemacht. 

Sie brauchte aber immer Ihre Pausen ansonsten drohen Zusammenbrüche und "Anfälle" aus der sie schonmal nur mit einer Tavor herauszubekommen war.


Er sagt jetzt das Sie sich zwingen muss so lange Angst zu haben bis der Adrenalinspeicher leer ist, danach sei es medizinisch unmöglich das sie noch Angst hat. Sie soll sich keine Pause zwischendurch gönnen sondern so lange weitermachen bis sie Ruhig wird weil kein Adrenalin mehr da sein soll.

Sie sagte ihm das sie schon teilweise nächtelang durchgängig Angst habe, er meinte daraufhin das das medizinisch nicht möglich wäre weil besagtes Adrenalin so lange nicht halten würde.

Das klingt für mich irgendwie merkwürdig. Habt Ihr irgendwelche Erfahrungen dazu?
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#2
Hallo liebe Tafelessig,

erst einmal ein herzliches Willkommen im Forum.

Es ist ein sehr feiner Zug von Dir, dass Du dich so um Deine Freundin kümmerst und  für sie da bist. 
Aber ob der Psychologe der richtige für Deine Freundin ist, kann eigentlich nur Deine Freundin selbst entscheiden.
Deswegen hat man die ganzen Probesitzungen, um genau das zu überprüfen. Also keine Sorge deswegen.

Dir gebe ich aber den Tipp, dass Du nicht zu viel Zeit in die Krankheit deiner Freundin investierst(emotional gesehen). Es klingt zwar Hart, dient aber Deinem Selbstschutz. 
Es heißt aber nicht das Du Deine Freundin alleine lassen sollst. Grenze Dich einfach so gut wie möglich ab und versuche die Krankheit als etwas normales zu sehen, wie z.B. einen Husten. 


Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig Helfen. 

Bei Fragen einfach fragen.

LG Atorias / Marcel
Was wir fürchten ist nicht immer Real sondern auch mal Penny!!!
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#3
Hallo Atorias, danke für deine Antwort.

Es ist als Partner nicht leicht richtig abzuwägen zwischen Unterstützen und Sie muss es alleine schaffen, da gebe ich dir Recht.

Ich denke ich habe da einen richtigen Weg gefunden, nur bei der Sache jetzt fällt es mir schwer mich rauszuhalten. Weil ich habe schoneinmal mitbekommen was die falsche Behandlung bzw. leider "unfähige" Psychologen (und das sage ich nicht leichtfertig), anrichten kann und ich will vermeiden das es in die falsche Richtung geht.
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#4
Huhu,

ich kann Atorias nur zustimmen.
Du machst dich selbst kaputt, wenn du dich zu sehr in die Ängste ziehen lässt.

Wichtig ist zu wissen, dass Angst natürlich von der Natur vorgesehen ist, als Schutz.
Leider kann diese gern mal übertreiben, was dann zu Panikattacken und Co. wird.

Das bedeutet nicht, dass die Ängste nicht da sind oder man diese runterspielen sollte, aber man sollte sie auch nicht so ernst nehmen.
Denn das ist genau das, was die Angst möchte. Gesehen zu werden und Energie abzuziehen.

Daher solltest du deine Freundin schon unterstützen, ihr aber nicht dauerhaft alles abnehmen, sonst wird ihr Wohlfühlkreis immer kleiner.
Mein Freund hat das mehrere Jahre mit mir durchgestanden, es war nicht leicht für ihn.

Am Ende hat die Beziehung sehr darunter gelitten.
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