Angst und Depressionen
#1
Hallo,
ich leide seit geraumer Zeit an Ängsten und Panikattacken, daher fange ich jetzt einfach mal kurz an..
Vor 2 Jahren gab es einen Zwischenfall mit meiner damaligen Ex-Freundin im Urlaub auf der Autobahn als ich zum ersten mal erfuhr was eine "Panikattacke" ist.
Diese schlug sich so nieder das ich Angst vor Tunneln, meinen Symptomen und komischerweise auch dem Auto hatte. War so schlimm das ich nichtmehr fahren konnte und wir nach stundenlanger Warterei in der Nacht auf der Autobahn in einem Hotel unterkommen mussten. Seitdem ist sie ein ständiger Begleiter von mir.
Als ich dort an der Grenze von Italien mir ein Arzt gesucht habe der mir Benzodiazepine gab. Mit diesen konnte ich es dann nachhause schaffen.
Zuhause angekommen wurde das ganze so schlimm das ich nicht mehr raus ging, im Minutentakt Panikattacken hatte und oft den Gedanken hatte mir einfach das Leben zu nehmen.

Nach vielen Homöopathischen Mitteln, Psychotherapie und Antidepressiva (erst Citalopram, dann bis heute Venlafaxin) ging es mir wieder so das ich das Leben abundzu wieder "genießen" konnte.
Die Stunden von meiner Therapie sind mittlerweile aber aufgebraucht und ich bin von meiner Dosis 225mg runter auf erstmal 150mg. Ich habe mich damit auch noch wohl gefühlt bis auf die Kopfschmerzen die ich jeden Tag hatte. Ich bin dann vor ungefähr 3 Wochen langsam runter auf 75 mg und habe seit Sonntag wieder starke Ängste und Panikanfälle. Leider soweit das ich wieder etwas Diazepam nehmen musste um runter zu kommen. Die Frage ist, sind das wirklich Entzugserscheinungen oder ist die Angst bis heute nur unterdrückt worden?
Leider habe ich bis heute mit meinen 25 noch keine Ausbildung machen können weil ich auch von Sozialphobie und Depressionen geprägt bin. Ich frage mich selbst so oft wie ich eigentlich selbstständig werden soll weil ich mir wie ein Kranker vorkomme der nicht mehr gesund werden kann. Ich habe schon desöfteren mal ein Artikel über Angst gelesen und musste schmunzeln als ein Betroffener schrieb: "Er würde so gerne Krebs oder eine Körperliche Behinderung haben, denn diese könne man wenigstens erklären". Ich glaube jeder der wirklich richtig darunter leidet, würde gerne lieber irgendwas anderes haben. Etwas wie bei Husten ein Sirup einzunehmen, der den Infekt dämmt bis er wieder vorbei ist. Stattdessen ist es eher wie Diabetes, man ist sein Leben lang krank und an Medikamente gebunden (Die wenn man überhaupt Glück hat, helfen).

Ich würde mich auf jedenfall über eure Erfahrungen, Tipps oder Ratschläge freuen.
Grüße
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#2
Hallo pinacoladaa,

herzlich willkommen bei uns im Forum.
Schau mal unter Erste Hilfe nach, eventuell ist da etwas für dich dabei.
Das was du im Moment hast, können durchaus Entzugserscheinungen sein.

Gruß
Karin
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#3
Hallo pinacoladaa

Herzlich willkommen hier! Erstmal die Frage, wenn es dir noch so schlecht ging, warum setzt du dein AD ab? Machst du das allein oder mit deinem Arzt?
Es ist alles sehr kontraproduktiv, was du machst. Deine Therapie ist beendet, ein Riesenei schnitt, und dann setzt du auch noch die Medis ab. Nicht gut! Außerdem sind deine Schritte sehr groß u d natürlich sind es vermutlich Absetzerscheinungen. Venlaflaxin oder Trevilor ist kein leichtes AD und die meisten brauchen ne ganze Zeit, um davon runterzukommen. Dann ei Benzo dazuzunehmen......weißt du, was du deinem Körper antust? Der weiß doch gar nicht, was jetzt los ist. Da geht es mit d e m einen Mittel runter, gleichzeitig wird aber wieder mit Benzo zugedeckelt.
Ne, nicht gut! Man sollte zumindest ein gutes halbes Jahr relativ stabil sein, bevor man ans Absetzen denkt, weil du sonst nie weißt ob es nun Absetzsymptome oder Angst oder beides ist. Bist du stabil und beginnst, abzusetzen, weißt du relativ gut, ob neue Symptome dann vom Absetzen kommen.
Ich hätte den Vorschlag an dich, einen Arzt aufzusuchen und zumindest eine Zeitlang wieder auf 225mg zu gehen. Nicht, weil ich ein Fan von ADs bin, sondern weil du genug zu verarbeiten hast, dass die Therapie vorbei ist und außerdem, weil der Körper dann einfach besser zurechtkommt. Im Augenblick verlangst du einfach zuviel von dir.
Leb in der Vergangenheit, wenn du traurig sein willst. Leb in der Zukunft, wenn du ängstlich sein willst. Und wenn du glücklich sein willst, dann genieß den Moment.
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#4
Wollte noch sagen: gib dir, deiner Psyche und deinem Körper etwas mehr Zeit, sag dir, dass du Riesenfortschritte gemacht hast, aber dass du dich nicht so unter Druck setzen solltest. Ich glaube nämlich, dass du das tust. Ich hab jetzt, um Opipramol abzusetzen, auf von 250mg auf null zu sein, etwa ein Jahr gebraucht. Auch, wenn viele Ärzte es anders sagen, mach es langsam.
Leb in der Vergangenheit, wenn du traurig sein willst. Leb in der Zukunft, wenn du ängstlich sein willst. Und wenn du glücklich sein willst, dann genieß den Moment.
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#5
Danke für eure Antworten erstmal.
Ich habe die Ad's abgesetzt in dem Zeitpunkt als ich mich stabil gefühlt habe sonst hätte ich das natürlich auch nicht gemacht.
Auf 225 werde ich vermutlich nicht mehr gehen da ich mich mit 150 auch ganz i.O. gefühlt habe bis auf morgendliche Kopfschmerzen.
Ich regel mein AD mittlerweile immer alleine, Ärzte können zwar Ratschläge geben aber nicht in deinen Körper reinschauen voralem nicht in deine Psyche und wie
es dir mit der Dosierung geht.
Solche "Hämmer" wie Benzo's nehme ich auch nur in Notfällen, vielleicht klang das so als ob ich das regelmäßig einnehme.
Ich werde auf jedenfall langsamer machen, du hast Recht man möchte natürlich wieder "schnell" im Leben stehen können. Das war mir jetzt auch erstmal eine Lehre.
Bin grad auf dem Weg wieder zu 150 und dort werde ich bleiben, solange bis ich stabiler bin.
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#6
Heute gehts mir wieder extrem schlecht, habe morgendliche angstzustände, sprich symptome wie schwitzen oder frieren, das gefühl von einem stein im magen und kann kaum ruhig bleiben oder einen klaren gedanken fassen. mich macht das einfach nur verrückt, es scheint wieder alles so hoffnungslos
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#7
Ist denn was passiert das es wieder schlechter geht?
Verliere den Mut nicht, es gibt immer mal Tage die nicht so gut laufen. Aber sie gehen auch wieder vorbei. So doofe Tage haben keine Angsthasen auch mal , nur steigern sie sich nicht so rein wie wir Wink
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#8
Ich hab derzeit auch wieder eine schwere Phase. So schwer es auch ist, wichtig ist tatsächlich, zu versuchen, ganz normal weiter zu machen, was man auch sonst vor hatte. Nicht so den Gedanken hingeben und sich weiter hinein steigern. Versuchen, sich an den Dingen festzuhalten, die klappen oder schon geklappt haben. Ganz viel Ablenkung und Ruhepausen.

Ich weiß selbst, wie ungeheuer schwer das ist und ich versuche es grade selbst erneut, aber nur das hilft letztlich.
Leb in der Vergangenheit, wenn du traurig sein willst. Leb in der Zukunft, wenn du ängstlich sein willst. Und wenn du glücklich sein willst, dann genieß den Moment.
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#9
Ja es ist etwas passiert, ich habe eine neue Frau kennengelernt und musste 4 Stunden bis zu ihr Fahren. Hatte Angst solange zu fahren und sie damit nicht so zu konfrontieren das sie sagt sie schafft das nicht. Eingeweiht war sie in meine Problematik aber schon. Ist aber halt schon ein Unterschied ob man das probiert zu verstehen oder wirklich mit bekommt.
Mit einer Tablette und einer Menge Homöopathischen Tropfen habe ich aber glücklicherweise alles überstehen können.
Heute habe ich einen Termin bei einer Psychotherapeutin, diese wird bei mir Suggestion anwenden in der Hoffnung das mir das vielleicht helfen kann. Hat jemand Erfahrung damit gemacht?
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#10
Egal wie, aber du hast es geschafft.
Prima, dass du einen Termin bei einer Therapeutin hast.
Erfahrung habe ich damit allerdings nicht.
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#11
@Saphira63:
Wie schaffst du es auf die Dinge stolz zu sein die du geschafft hast? Ich bin so weit gefahren und habe mich so stark überwinden können aber stolz bin ich deswegen irgendwie nicht. Ich kenne das Gefühl nicht sich zu sagen das man was gut gemacht hat.

Ich habe jetzt am Dienstag Vorstellungsgespräch und bin jetzt schon total fertig mit der Welt bevor ich da bin. Natürlich ist eine gewisse Nervosität normal aber bei mir schlägt dort einfach auch noch die Angst mit ein. Angst vor den Menschen dort und der Arbeit ansich. Auch geht's mir seitdem das mit dem Gespräch steht, einfach jeden Tag schlecht(er).
Auch hier frage ich mich so oft, wie schafft ihr das mit der Angst euer Leben zu leben?
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#12
Das sich selber loben kannte ich vorher auch nicht. Das hab ich in der Therapie gelernt. Hab das teilweise auch nicht gesehen. Wenn der Therapeut mich für Dinge gelobt hat, die für andere ja völlig normal sind. Da hab ich lange gebraucht bis ich das sehen konnte. Für deine Fahrt hättest du von ihm und auch von mir ein ganz dickes Lob bekommen. 4 Stunden ist ne lange Zeit, also von mir bekommst du ein dickes Lob Applaus
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#13
Auf sich selbst stolz sein oder sich zu loben war mir vorher auch fremd.
Ich habe es auch erst durch die Therapie gelernt.

Vorher war es für mich verbunden mit Egoismus. Angst eben, die dramatisiert sofort alles. Da kann man nur mal den falschen Joghurt gekauft haben und schon ist man so deprimiert, dass man denkt die Welt geht davon gleich unter.

Mir ging es da wie Saphira und Taube. Andere haben mich gelobt und ich hab nicht verstanden warum, weil ich es in meinen Augen vermasselt habe.

Weißt du, in solchen Sachen hilft es klein anzufangen. Wie beim lernen mit dem Auto fahren. Da hast du auch erst im Stehen geübt, wie man die Gänge schaltet, dann langsam im 1. Gang anfahren, schalten, mal ein paar weitere Strecken usw.

Daher baust du dir Druck auf, wenn du sofort alles schaffen möchtest.
Das braucht Zeit und eben kleine Schritte.
Schon allein der Versuch ist es wert, gelobt zu werden.

Vor die Tür gehen = loben.
Einkaufen gewesen zu sein = loben.
Ins Auto steigen und ankommen = loben.

Und dabei ist es egal wie es lief, auch wenn die Angst da war. Loben, dafür, dass man es trotz Angst gemacht hat.
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