Langsam am Ende meiner Kräfte.
#1
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Hallo ihr Lieben, ich bin 23 und mein Freund ebenfalls 23.
Er hatte vor einigen Jahren so einen oft beschriebenen "Herzanfall"-laut seinen Erzählungen...
Nun seit ca 5 Monaten ging alles ganz schön schnell, aufgrund der vielen Fehlzeiten hat er seine Ausbildung verloren, und seitdem fast komplette Isolation. Jeder Gang nach draußen wird für ihn zur Hölle, "Herzanfälle", Luftnot und wackelige Beine. Dann kam vor 2 Monaten ein aufwärtsschwung, er war wieder völlig motiviert und Schritt für Schritt wurde es besser, vor 3 Wochen waren wir sogar lange Bummeln, es schien alles wie ein Traum. Letzte Woche kam dann wieder eine schlechte Nachricht von seiner Mutter, und seitdem ist wieder alles der pure Horror.
Wir sind relativ frisch zusammen und haben neben der Sache auch jede Menge andere Probleme. Ich weiß allmählig nicht mehr, wo ich meine Kraft ihn zu unterstützen hernehmen soll,vorallem in dieser Hilflosigkeit von ihm. Wie geht ihr langfristig damit um? Ganz oft weine ich und bin überfordert, gestresst und all das! Ich fühle mich manchmal so überlagert, als 24/7 Schwester. Kennt ihr das? Muss ich mich egoistisch fühlen?


P.S. in eine Klinik würde er unter keinen Umständen wollen, "so weit weg von mir"; nach einem Psychiater sind wir auf der Suche, aber da gibst ja auch nur Wartelisten von 3-4 Monaten mindestens.

Bin für jeden Rat dankbar!
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#2
Hallo Jan,

herzlich willkommen bei uns im Forum.
Sicher musst du bei dem Ganzen auch an dich denken und nicht nur für ihn da sein.
Wäre eine Tagesklinik eventuell etwas für ihn?

Gruß
Karin
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#3
Hallo JanaWill,

ich litt zwar selbst 2x bisher an PAs, aber mein Freund hatte es die letzten Jahre auch nicht leicht.

Mal eines vorweg: Gönne dir auf jeden Fall auch deine Auszeiten. Das macht dich auf Dauer kaputt, wenn du wirklich 24 am Tag versuchst im Beizustehen.
Denke auch an dich und das ist keinesfalls egoistisch. Ich bin eigentlich zum Teil in die PAs gerutscht weil ich so viel für andere getan hab und mich total außer Acht ließ.

Mein Freund war da jeden Tag bis mindestens 19 Uhr arbeiten und konnte somit auch nur eine bestimmte Zeit da sein.
Leider isoliert man sich durch die Angst recht schnell, was dazu führt, dass der Wohfühlbereich immer kleiner wird und man kam noch aus dem Haus geht.

Wurde denn bei ihm organisch alles abgeklärt?
Schilddrüse und Vitamin D Mangel führen zB. auch zur Überteuerung von Ängsten, sprich sie verschlimmern das was schon da ist.

Und die schlechte Nachricht zeigt auch, dass er mental damit (noch) nicht umgehen kann.
Leider kann ich dir keinen weiteren Rat geben, nur das er auch von sich aus Hilfe annehmen muss und das du eben auch an dich denkst.

LG Sabrina
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#4
Organisch wurde alles abgeklärt- wird VitD auch in einem großen Blutbild erhoben?

Ich bin halt in so hin und hergerissen, manchmal weiß ich nicht wie lange ich dem noch standhalte, bzw unsere Beziehung. Denn klar ist ja auch, dass vieles zwischenmenschliche einfach auf det Strecke bleibt, gemeinsames lachen und sowas. Ich habe angst, ihm manchmal das Gefühl zu vermitteln das er mich nervt, dafür fang ich dann an mir Vorwürfe zu machen. Ständig Vorwürfe, weil ja auch klar ist, dass er Zuwendung und Verständnis braucht. Wie bekommt ihr den Spagat hin?

Tagesklinik wäre in dem Sinne schonmal schwierig, weil alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich sind, sofort panik. Ich selbst mache meine 2. Berufsausbildung und kann für ihn nicht meine Ausbildung aufs Spiel setzen ( Stichwort Co-Abhängigkeit)...

Medikamente will er eigentlich nicht nehmen, wegen schwieriger Vergangenheit.

Entschuldigt bitte dieses wirr-warr, ich kann das nur schwer verbalisieren was mich bedrückt und wie die Situation ist.
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#5
Ich weiß nicht ob Du Dich in ihn reindenken kannst?
Was würdest Du Dir von ihm wünschen
wenn Du seine Erkrankung hättest? Natürlich braucht er Deine Zuwendung,
Du brauchst aber auch Deine Auszeit. Ja, das ist ein schwieriger Spagat.
Gibt es ihn eurer Nähe evtl. eine Uniklinik mit einer Psychiatrie/ Angstambulanz?
Da kann man hingehen um die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken.
Ja, ich denke wir Angstpatienten " nerven " manchmal unser Umfeld,
aber die Wenigsten werden das nicht bewusst tun, denn wir haben uns diese Krankheit nicht ausgesucht.
Alles Gute.
 Es sind nicht die Dinge die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.
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#6
(02.03.2016, 23:32)Lagonda schrieb: Ja, ich denke wir Angstpatienten " nerven " manchmal unser Umfeld,
aber die Wenigsten werden das bewusst tun,SOLLTE ES NATÜRLICH HEIßEN:
 Es sind nicht die Dinge die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.
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#7
Hallo Jana,

nein Vitamin D wird nicht im großen Blutbild gemacht. Da muss man Glück haben, wenn der Arzt das von sich aus macht und die meisten denken immer, der Körper kann mit der Sonne schon genug produzieren, was leider nicht stimmt.
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