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Tagebuch - Meditation als Ausweg - ein Selbstversuch
#1
Hallo ,
ich bin nun seit fast 7 Monaten krank geschrieben. Irgendwie scheint Zeit doch nicht alle Wunden zu heilen. Zumindest nicht meine psychosomatischen Symptome. 
Kurze Zusammenfassung : ich habe eine Anpassungsstörung. Will jedermanns Liebling sein. So habe ich mich selbst verloren und bin durch meinen Leistungsdruck auf der Arbeit dann irgendwann zusammen gebrochen .Angststörung. .. Symptome : Anspannung im Hals und auf dem Brustkorb. Ruhephasen und ablenken halfen nur bedingt. (Bei Interesse an weiteren Infos bitte einfach nur eine PN an mich).
Eine Freundin nahm mich mit zu einer geführten Gruppenmeditation. Ich wusste nicht, wie man meditiert und was das eigentlich ist. Die erste Meditation gab mir schon so ein Gefühl der Ruhe. Die Symptome waren nicht weg. Aber ich konnte los lassen und die Symptome einfach akzeptieren. Das machte es erheblich leichter. 
Ich möchte nun einen Versuch starten und täglich meditieren .und ich möchte ein Tagebuch darüber führen. Und weil ich glaube , dass das eine gute Sache ist , möchte ich euch teilhaben lassen. 

Ich versuche, das systematisch zu gliedern und übersichtlich zu gestalten. Im nächsten Abschnitt möchte ich meine Sicht der Dinge zum Thema Meditation darstellen.
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#2
Hallo Pinki,

das ist bestimmt ein guter Weg.
Das ist sehr lieb von dir, dass du uns daran teilhaben lässt.

Gruß
Karin
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#3
Was meine ich mit Meditation?

Meditation ist kein Allheilmittel. Es bringt dich nicht in andere Sphären oder in Ekstase. Meditation ist ein Weg, dein Unterbewusstsein, Seele, Geist wahr zu nehmen. Ich benutze gerne den Begriff Seele.
Meditation bedeutet, sich einige Zeit nur mit sich selbst auseinander zu setzen. Einfach nur wahrnehmen. Wahrnehmen, wie sich der Körper anfühlt, und nicht beurteilen. Einfach nur wahrnehmen. Alles ist okay. Man findet den Zugang sehr gut über den Atem.
IcH setze mich bequem hin und atme erstmal tief ein und aus. Durch die Nase. Dann versuche ich meinen Atem wahrzunehmen. Atme ich tief oder flach, schnell oder langsam. Dabei manipuliere ich nichts. Ich lass es einfach geschehen und genieße schon nach kurzer Zeit die Sicherheit, darüber dass ich NICHTS TUN MUSS. Ich lasse los. Jeden Druck, jeden Streit, alle Termine und anstehenden Arzttermine. Ich bin da und mehr braucht es nicht. Ich bin einfach da und tue nichts.
Gedanken kommen, aber es fällt sehr leicht, die Gedanken einfach ziehen zu lassen. In diesen Minuten geht es nur um mich. Egal, wie ich aussehe , welche bekloppten Ticks ich habe und egal, was ich heute geleistet habe. Ich bin da und ich nehme mich wahr. Es geht nicht darum, besonders gute Haltung einzunehmen, gute Mimik aufzusetzen oder irgendwas richtig oder falsch zu machen.
Wenn man kurz raus gerissen wird, weil ein Auto hupt oder so ist das okay. Wir beurteilen nichts. Wir sind einfach nur da.

Nach einer Meditation, sollte man sich noch etwas Zeit geben. Wie nach dem aufwachen morgens.
Symptome und Schmerzen sind trotzdem noch da, aber es fällt leichter, sie eben jetzt als Teil des Lebens anzunehmen und sich nicht mehr krampfhaft dagegen zu wehren.

Man wird kein besserer Mensch dadurch. Aber wir lernen, zu akzeptieren, dass wir alle nicht perfekt sind. Das müssen wir auch nicht.
Ich persönlich lerne gerade mich selbst lieb zu haben. Mit allen Ticks und Fehlern.
Ich meditiere seit 3 tagen täglich. Vorher nur sporadisch dann und wann.
Ich hatte also bisher 3 Dates mit mir. Meine Seele und ich kennen uns seit 37 Jahren. Aber eher flüchtig. Andere Menschen waren mir ja immer wichtiger. Die Dates waren klasse. Ich habe eine schöne Atmosphäre geschaffen. Mit Kerze und einem duftenden Tee. Der Einstieg war etwas holprig. Es hat etwas gedauert, bis wir ins Gespräch kamen aber dann lief die Unterhaltung gut. Wir kennen uns ja auch schon lange.
Ich bin gespannt, ob diese Beziehung was festes und lebenslanges wird ;-)


Eine Meditation sollte mindestens 25 Minuten dauern. Zum Einstieg reichen aber auch 10 Minuten. Bis man weiß, wo die reise hin geht. Ich empfehle eine geführte Meditation. Bei YouTube gerne ein Video von Mady Madisson
https://m.youtube.com/watch?t=484s&v=ockCQMt9kM0

Geführte Phantasiereisen sind keine Meditation wie ich sie meine. Diese sind lediglich sehr nette und unterhaltsame Entspannungsmöglichkeiten.
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#4
Tag 1

Es ist Sonntag. Heute Abend ist Superbowl. Den will ich mir mit meinem Mann zusammen anschauen. Aber die letzte Woche war nicht gut. Ich war wieder sehr angespannt. Konnte den kopf nicht drehen und mein Hals war angespannt. Dabei habe ich mich bemüht, mich zu schonen. Beruhihungstee um Beruhihungstee getrunken. Es ist als hätte mein Körper verlernt, sich zu entspannen.
Um 20 uhr war ich wieder so verzweifelt, dass ich weinte und weinte. Ich habe mich so auf den Abend gefreut und jetzt kann ich den nicht genießen und mach den meinem Mann auch noch kaputt. .. selbstvorwürfe und selbstzwrifel.
Ich erinnerte mich an die Gruppenmeditationen und habe mich ins Schlafzimmer gesetzt. Ich habe ca. Eine Stunde meditiert, wobei ich schon nach kurzer Zeit merkte, dass meine Schultern sich entspannt haben.
Mir kamen immer wieder die Gedanken an meine Angststörung und die Symptome. Aber ich konnte sie bewusst weiter ziehen lassen. Zwischendurch war immer mal wieder stille in meinem Kopf wenn ich mich auf meine Nase und die Atemzüge konzentriert habe.
Ich wollte nicht aufhören. Diese ruhe war klasse und die Symptome waten da aber um die ging es jetzt nicht. Jetzt ging es nur darum, dass ich da bin. Nicht mehr. Um die Ängste könnte ich mich später wieder kümmern.
Irgendwann kam der Impuls, dass ich die Augen öffne. Ich fühlte den Kloß im Hals aber ich war ruhig. Die Symptome sind da, aber das ist okay. Die sind eben gerade ein teil von mir.
Ich saß noch ein paar Minuten da und streichelte meine Hände. ' ich hab mich lieb ' dachte ich.
So bin ich aufgestanden und zu meinem Mann auf die Couch. Ichkonnte den Superbowl genießen. Die Symptome waren nicht mehr vordergründig.
Und nach ca einer Stunde bemerkte ich, dass die Anspannung nahezu weg war. Einfach so.

Ich denke, es reicht schon seine Seele wahrzunehmen. Mit der Psychosomatik ruft sie nach Aufmerksamkeit. Und wenn man ihr Aufmerksamkeit schenkt, hört sie auf zu schreien.
So fasste ich den Entschluss, täglich zu meditieren.
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#5
Tag 2

Die Entspannung vom Vorabend hält an. Ich bin aber skeptisch und warte fast darauf, dass die Anspannung wieder kommt. Aber zunächst genieße ich den sonnigen Tag mit einem Spaziergang mit einer Freundin. 
Die Erkenntnisse der Meditation von gestern Hallen nach und gehen mir immer wieder durch den Kopf .das ist beruhigend. Es scheint aber irgendwie zu einfach. 
Nachmittags kam wieder ein Hauch von Anspannung. Ich habe mich entschieden, gleich zu meditieren. 
Heute hab ich mir einen Timer gestellt. Aber mit Waldklängen. Ich möchte nicht von einem Fiepen aus dem 'Date ' gerissen werden. 
30 Minuten. Ich kann ja verlängern wenn es nicht reicht. 
Tatsächlich war es heute schwerer. Mir kamen immer wieder Gedanken an alles mögliche .
Ich hab aber auch gemerkt , dass ich diese Meditation eher als ein 'Muss ' und als Heilmittel gesehen habe .als ich das abgeschüttelt hatte konnte ich mich fallen lassen und hatte manchmal wieder diese stille im Kopf. 
Dennoch war ich abends immer noch angespannt. Erträglich  aber die Ãœbung hatte nicht die erwartete Wirkung. 

Erkenntnis des Tages : keine Erwartungen .ALLES ist okay.
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#6
Tag 3

Heute ist Dienstag .Ich bin früh aufgestanden, weil ich zum Hautarzt wollte .die Rosacea ist wieder da .Nerv !
2,5 Stunden warten .jetzt hab ich endlich meine Medikamente . Danach war ich müde. Mittagsschlaf 2 Stunden - ups. Eine latente Anspannung ist zu spüren. Aber klar. Mein Mann kommt gleich heim , dann muss ich kochen. Und ich bin aber dich sooo müde. Nach dem essen gleich zur Meditation .heute hat es super geklappt. Zu Beginn habe ich mir bewusst gesagt, dass es nur darum geht, dass ich da bin und jetzt nichts von mir erwartet wird. 
Perfekt! 
Anspannung ist noch da, aber sie ist mir fast egal .
Ich habe noch ca 30 Minuten gebraucht bis ich mich auf ein Gespräch mit meinem Mann einlassen konnte. Ich war noch sehr bei mir und wollte da nicht weg. 
Das ist echt wie ein Date .da schaltet man ja auch nicht direkt wieder auf Alltag. 

Morgen ist Therapie. Ich bin noch unschlüssig  ob ich davor oder danach meditieren werde. 

Erkenntnis heute : irgendwie ist alles leichter zu ertragen , wenn man bei sich ist.
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#7
Tag 4

Letzte Nacht konnte ich endlich wieder sehr gut schlafen. Aufgewacht bin ich mit einer innerlichen Ruhe. Das hatte ich lange nicht mehr. Gewöhnlich wache ich auf und mache mir erstmal sorgen um meine Zähne, wegen dem Knirschen. Danach kommt in der Regel immer diese Anspannung.
Heute war es anders. Ich war entspannt. Eine sehr schöne, aber auch ungewohnte Erfahrung.

Die Meditation habe ich zeitlich vorgezogen. Die Sonne schien ins Wohnzimmer. Ich legte eine Decke auf den Boden und genoß die warmen Sonnenstrahlen. Herrlich. Die Meditation lief also problemlos. Ich konnte ohne Gedanken einfach mein dasein genießen.
Danach fühlte ich mich vollkommen entspannt.

Nachmittags holten mich aber wieder alte Gefühle ein. Ich habe in meinem Leben sehr viele Gefühle verdrängt, die nun nach und nach wieder hoch kochen. Ich weiß mittlerweile ja, dass das passiert. Trotzdem war ich sehr froh, dass abends ein Therapietermin war.
Die Therapiestunde war gut. Die Anspannung war aber schon noch merkbar. Ich konnte aber gut damit umgehen und noch einen schönen Abend haben.
Mittlerweile rede ich mit meinem Mann über meine Gefühle und Gedanken. Es tat gut, im Nachhinein mit ihm nochmal alles zusammen zu fassen.

Insgesamt glaube ich wirklich, dass die tägliche Meditation mich insgesamt entspannt.

Erkenntnisse des Tages : es fällt alles sehr viel leichter, wenn man sich nicht gegen Negatives wehrt.
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#8
Das liest sich sehr gut, Pinki. Du hast den richtigen Weg für dich gefunden. Da freut mich sehr.
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#9
Danke  Smile ja ,sieht so aus als hätte ich das. 

Fühlt sich gut an. Ich hoffe , das liefert ein bisschen Anregung für andere. 
Ich mach jedenfalls weiter .schon weil ich das Tagebuch für mich will.
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#10
hallo pinki!

es spricht  mich total an, was du gerade machst.
hast du nur durch die eine gruppenstunde meditieren gelernt?

was machst du da genau, wenn du meditierst?
es ist eine methode, die ich noch nicht kann und nicht gelernt hab.

hast du einen tipp für mich? oder so eine kleine "anleitung"?- auf youtube gibt es so viele und da blick ich mich nicht durch,
was ich nehmen soll.....

gerne auch PN, ich würde mich freuen.

vielen dank

lg
anita
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#11
oh- ich hab grade alle deine posts genau durchgelesen und da hast du eh eine youtube empfehlung dabei,
danke!!

lg
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#12
Hallo anita! 
Es freut mich, dass es dich anspricht. Vielen Dank! 

Ich wurde durch die Gruppenmeditation aufmerksam. 
Dort habe ich begriffen, was ich machen soll und was das Ziel ist .

Eigentlich macht man nichts. Ziel ist es, sich selbst wahrzunehmen. 
Ich setze mich bequem hin. Achte ein bisschen darauf, ob was drückt und richte mich dann aus, bis es sich gut anfühlt. 
Danach schließe ich die Augen und fühle in jedes Körperteil. Nur den Hals lasse ich aus. Da sitzen meine Symptome. 
Wenn ich wahrgenommen hab wie sich mein Körper anfühlt konzentriere ich mich auf meinen Atem .
Und das ist es auch schon. Alles was dann passiert, passiert einfach. Gedanken kommen und gehen. 

Zum Ende fühle ich nochmal in meinen Körper. Meistens sind die Körperteile dann viel besser spürbar. 
Nach dem Aufstehen falte ich die Hände vor der Brust und verneige mich. Damit bedanke ich mich bei mir selbst und biete mir selbst Respekt. 

Zu Beginn ist eine geführte Meditation hilfreich .

Viel Erfolg!
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#13
Tag 5

Ich hatte einen seltsamen Traum in dem mich wieder Arbeitskollegen als Zombies verfolgt haben. Sonst haben mich diese träume sehr beschäftigt, heute weiß ich, dass mich das Thema Arbeit verfolgt und noch verarbeitet wird. Ich bin ruhig aufgewacht und hatte einen nahezu symptomfreien Tag.
Mittags wurde mein Meditationskissen geliefert. ENDLICH.
Ich hatte den ganzen Vormittag schon so ein Bedürfnis nach einer Meditation.
Sie lief sehr gut. Ich konnte Gedanken ziehen lassen und war einige Zeit ohne 'Ablenkung ' bei meinem Atem und der Bewegung meines Brustkorbs.
Danach war ich wieder sehr ruhig und bei mir.

Abends haben mich dann wieder die alten Geister gequält. Aber so ist es eben wenn verdrängte Gefühle aufgearbeitet werden.
Insgesamt ging es mir aber ziemlich gut.

Diesmal leider keine neuen Erkenntnisse.
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#14
Tag 6

Alte verdrängte Gefühle überwältigen mich anscheinend hauptsächlich abends. Es ist gut, dass diese Gefühle nun endlich aufgearbeitet werden. Aber es ist schwer , die plötzliche Wut richtig zuzuordnen. Irgendwas triggert diese Verdrängnisblase und ich bin wütend. Eine tiefe Wut, die ich sonst so nicht kenne (klar, ich schlucke Wut ja auch immer runter. HABE sie RUNTERGESCHLUCKT. Heute lass ich sie raus. )
Jedenfalls zergehe ich in dieser Wut. Bis ich nach ettliche Minuten oder Stunden realisiere, dass ich nicht wütend bin, weil jetzt was passiert ist, sondern wegen alten , längst vergangenen Erlebnissen. Sobald ich das realisiere kommt die Trauer. Ich wurde belogen und hintergangen. Man hat mich sehr verletzt und mein Vertrauen missbraucht. Und ich habe meine Gefühle wie Wut und Trauer und Schmerz runtergeschluckt, weil die Verlustangst größer war. Ich habe mich mein leben lang von der Meinung und der Gegenwart anderer abhängig gemacht. Und meinen Wert daran gemessen.
Jedenfalls konnte ich erst gegen 3 uhr einschlafen und das auch nur mit Doxepin.
Entsprechend matschig war ich morgens.
ABER: ich war mir meines Zustandes und der Auslöser stets bewusst und konnte deshalb recht entspannt in den tag starten.
Nach einer halben Stunde Meditation habe ich mich den ganzen Tag gesehnt , hab mir das aber als Belohnung für das erledigen der Hausarbeit aufgehoben.
Die Meditation hat gut funktioniert. Ich habe sehr schnell hinein gefunden und wurde durch fast keine Gedanken abgelenkt. Mir hat aber die halbe Stunde nicht gereicht. Also hab ich noch 10 Minuten dran gehängt. Und auch nachher wollte ich nicht aufstehen. Ich habe noch lange unter der warmen Wolldecke dagesessen, den blick auf den Balkon genossen und dem Räucherstäbchen zugesehen.
Der Tag war fast komplett symptomfrei. Und die Anspannung abends konnte ich mit ein paar tiefen Atemzügen und ein paar Chips gut in den Griff bekommen.
Ich bin immer überzeugter von meinem Experiment. Ich bedauere, dass ich das nicht schon früher angefangen hab.

Erkenntnisse des Tages : wenn man die Gründe und Wurzeln seiner Gefühle kennt, sind sie nicht mehr beängstigend.
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#15
Exkurs zu Tag 6

Mir ist aufgefallen, dass ich mich neuerdings von bestimmten Rottönen angezogen fühle. Rot war noch nie meine Farbe... Ich erinnere mich an eine kleine Dokumentation über die Bioenergetik und Chakrenlehre. Jedem chakra ist eine Farbe zugeordnet. Die Lieblingsfarbe spiegelt wieder, welche Grundeinstellung man hat.
Fühlt man sich abseits dieser Farbe zu anderen Farben hingezogen, so kann das ein Hinweis darauf sein, welches chakra derzeit besonders aktiv ist oder welches chakra blockiert ist.

Ich hab also gegoogelt. Rot steht für das Wurzelchakra. Es steht für Sicherheit und Urvertrauen. Blockaden lösen unter anderem Hautkrankheiten und Unsicherheitsgefühle aus. Da stand noch viel mehr.
Ich konnte mich darin absolut wiederfinden. Ich denke, ich versuche morgen eine Meditation zur Reinigung und Aktivierung des Wurzelchakras.

Den Lesern möchte ich mit auf den Weg geben, dass Spiritualität kein Heilmittel ist. Man sollte sich nicht darin verlieren und zu viel Hoffnung rein legen. Spiritualität hilft mir persönlich, weil sie mir logisch erscheint und mein Bild vom Leben vervollständigt.
Symptome verschwinden nicht weil man meditiert oder sich Heilsteine in die Tasche steckt. Meine psychosomatischen Symptome scheinen zu verschwinden, weil es mir mit Meditation gelingt, bei mir zu sein. Es hilft mir, meine Bedürfnisse zu erkennen und mir selbst Aufmerksamkeit schenke.

Einen Versuch ist es aber sicher Wert ;-)
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#16
Das klingt alles sehr interessant.
Dir tut das Meditieren sichtlich gut und es bringt dich sicher weiter auf deinem Weg aus der Angst und zu dir selbst.
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#17
Tag 7

Aufstehen war wieder schwer. Wieder einschlafprobleme gehabt. Und wieder Doxepin. Dennoch war ich nicht angespannt. Tag 7 Sollte aber noch ein anstrengender Tag werden. Erstmal wach werden, dann einkaufen und frühstücken. Bis hierher alles nett und gut. Nachmittags überwältigte mich wieder eine Welle von großer Wut. Darauf folgte ein kurzer aber tiefgehender Streit. Danach Traurigkeit. Immer wieder kamen mir Bilder aus der Situation damals in den Kopf. Ich hoffe, dass ich den Scheitelpunkt erreicht habe. Irgendwann muss in meinem Kopf doch mal alles aufgeräumt sein.
Mein Mann ging abends zu einem Treffen mit seinen Kumpels. In den letzten Monaten kam dann die Angst extrem durch. Das war gestern nicht so. Ich habe gleich als ich allein war alles zum meditieren gerichtet. Ich konnte mich wieder schnell einfinden. Ein paar Gedanken kamen mir dazwischen. Gedanken an die damalige Situation. Während der Meditation konnte ich mir diese Gedanken einfach ansehen , ohne mich darin zu verlieren. Ich blieb trotzdem ruhig. Nach 30 Minuten ging der Timer und ich hatte das Gefühl, dass es genug war.
Danach dachte ich über die Meditation nach und kam zu dem Entschluss, dass ich für den Tag genug mit mir gearbeitet hab. Ich machte mir etwas zu essen und genoss den abend, bis ich auf der Couch einschlief. Das Alleinsein nachts hat mir endlich wieder keine Angst gemacht. Ich war sogar entspannt. Insgesamt gab es an diesem Tag kaum Symptome.
Das ist ein guter Weg.

Erkenntnis des Tages : egal, wie stressig oder anstrengend ein Tag ist; wenn wir näher bei uns selbst sind, kann uns das nicht aus der Bahn werfen.
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#18
Tag 7

Ich hatte 3 Tage keine wirkliche Meditation. Eine Zerrung im Rücken ließ mich keine entspannte Position finden. Ich habe dennoch öfter in mich rein gefühlt, einfach um zu sehen, wie die Lage ist.
Heute ging es wieder. Ich konnte mich im Wohnzimmer in die sonne setzen und mich entspannen. Herrlich! Es hat mir sehr gefehlt. Allerdings war mein Kopf heute sehr laut. Ganz viel Gedankenwirrwarr. Macht aber nichts. Es muss nicht jeden Tag gut klappen.
Danach saß ich noch einige Minuten da und genoss den Blick nach draußen.
Nachmittags Therapie und nachher geht's zum Sushi essen. Ich war aber auf dem Weg zur Therapie wieder angespannter im Hals. Ich hab überlegt wieso.
Das habe ich schon öfter ohne eine Antwort zu finden. Heute habe ich eine Idee und auch gleich die Bestätigung der Therapeutin bekommen.
Die Anspannung kommt, wenn ich zu gefordert bin. Ich habe oft ein paar Dinge gleichzeitig im Kopf und eine Art virtuelle to Do liste. Ich habe mir antrainiert alles so schnell wie möglich abzuhaken. Je mehr Dinge ich gleichzeitig abarbeiten konnte, umso befriedigender war das für mich.
Mittlerweile hat sich meine Einstellung geändert. Ich WILL nicht mehr in großen Streß geraten. Aber die alten Verhaltensmuster sind noch da. Tief verankert, wie Zähne putzen oder Kaffee kochen.
Als ich mich für die Therapie fertig gemacht hab, ging ich schonmal durch was ich heute besprechen will. Dann dachte ich daran, dass es danach zum Sushi geht. Ah ja, ich muss daran denken dafür noch Bargeld zu holen und die rosacea überschminken - das geht schon einmal. Ich schminke mich ja danach direkt ab und nehme die salbe. Oh, die Therapie. Da will ich noch besprechen. ..
So sprang ich in Gedanken von Thema zu Thema und wieder zurück. Dann hatte mein mann noch ein Gesprächsthema dazwischen. Und dann kam die Anspannung.
Ich weiß, dass der Alltag eben so läuft. Aber ich möchte das jetzt alles bewusster gestalten.
Es ist ein großer Schritt für mich. Endlich weiß ich wo diese vermeintlich grundlose Anspannung herkommt.
Ich bin noch skeptisch und teste erstmal, aber diese Symptome haben heute für mich ein großes Stück schrecken verloren.
Das ist so, als wüsste man, dass da der Kumpel um die ecke sitzt und dich erschrecken wird.

So, und gleich gibt's Sushi. Lecker, lecker. 😋
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#19
Mist! Das oben war schon Tag 8....
Ab morgen wird wieder richtig gezählt 😉
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#20
Das mit der Anspannung kenne ich auch. Ich denke auch über so vieles gleichzeitig nach und mache oft auch vieles zusammen oder fast zusammen.
Bestimmt hattet ihr einen schönen Abend zusammen bei Essen.
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