Angst vor dem Tod
#1
Sad 
Liebe Alle!

Ich bin durch Zufall auf dieses Forum gekommen und habe mich dann auch gleich angemeldet. 
Zu mir:
Ich, heuer 29 Jahre geworden, Mama eines 14 Monate alten Sohnes und in einer Beziehung. 

Nun zum eigentlichen Thema.
Mit 16 Jahren hab ich meine beste Freundin verloren. Sie war 18 Jahre und würde mitten aus dem Leben gerissen. Konnte nicht so viel mit dem Tod anfangen und war einfach nur unendlich traurig, dass sie nicht mehr da ist. Dann mit 21 Jahren starb die Oma meines damaligen Freundes. Sie war die erste Tote die ich gesehen hab. Natürlich hab ich hin und wieder Mal Gedanken gehabt, wie es wohl ist nicht mehr am Leben zu sein. Nur hab ich mich nicht weiter damit auseinander gesetzt.
Am 30.12.2016 starb der Vater meines Freundes. Mein Vater war auch sehr viel im Krankenhaus und wir wussten nicht, ob es wieder besser wird. Seit kurzem denke ich nun ständig (ich meine wirklich ständig) daran, wie es ist nicht mehr da zu sein. Ich habe keine Angst davor wie ich sterbe, sondern vor der Tatsache irgendwann nicht mehr zu existieren. Nie mehr die Welt zu sehen. Nie mehr mein Kind zu sehen. Nichts mehr zu erleben. Es schnürt mir die Kehle zu und ich bekomme Panik. Wie ich am besten damit umgehen soll ist mir ein Rätsel. Mein Freund versteht das nicht. Ich werde nächstes Jahr schon 30! Die letzten Jahre sind so schnell vergangen. 
Vielleicht habt ihr ein paar Tipps oder gute Worte.

Liebe Grüße
Lina
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#2
Hallo Lina Smile

Herzlich Willkommen.
Ich kann deine Angst total nachvollziehen. Mir geht es auch ständig so und mir wird bei der Vorstellung auch immer total schlecht Sad ich habe leider auch noch keinen weg gefunden, richtig damit umzugehen.
Manchmal ist es die Hoffnung, danach ein neues Leben geschenkt zu bekommen, wenn man an sowas glaubt. Sowas soll es ja geben. Aber man weiß einfach nicht was danach kommt. Viele haben damit ja gar kein Problem und sagen, dass es zum Leben dazu gehört. Ich kann das einfach nicht nach vollziehen. Ich lenke mich dann immer ab und versuche an was anderes zu denken.

Ich hoffe, dass dir irgendjemand von hier einen guten Tipp geben kann. Ich werde das Thema auch weiter verfolgen.
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#3
Hallo Lina,

bin auch 29, aber ohne Kind(er).
Ich kenne deine Gedanken. Hatte auch mal so Phasen, wo ich mir vorgestellt habe wie das ist.

Oder wenn man auf das Thema Wiedergeburt kommt, wie es dann ist, wenn man sich an nichts erinnern kann.
Ich werde auch nächstes Jahr 30, habe aber mittlerweile die Angst vor dem Tod verloren.

Jetzt komme ich natürlich mit dem Satz: "Gehört zum Leben dazu."
Meine Oma ist letztes Jahr mit 92 eingeschlafen, da sagen dann alle "Sie hatte ein schönes Alter."
Ein Bekannter meiner Schwester hatte einen schweren Autounfall und es nicht überstanden, das ist dann die Art, wo sie eigentlich noch viel Zeit gehabt hätten.

Was soll man machen? Es gibt so Dinge im Leben die lassen sich nicht ändern.
Niemand kann hellsehen, aber je mehr du darüber nachdenkst, wie es wäre, desto mehr geißelst du dich selbst und machst dir negative Gedanken, obwohl es in deinem Leben bestimmt viel schönes gibt Smile

Ich werde auch nächstes Jahr 30, bin jetzt in meine erste eigene Wohnung gezogen.
Hab noch so viel vor und du sicherlich auch.

Einen Tipp habe ich leider nicht. Weiß aber, das Angst auch viel mit fehlender Selbstliebe zu tun hat.

Huch 2x "werde nächstes Jahr 30" geschrieben.

Werde alt XD
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#4
Danke für Eure Antworten.

Ich hoffe doch, dass das Leben noch einige Jahre für mich parat hat. Wissen tu ich es zum Glück ja nicht. Hab mich damals auch gefragt welchen Sinn es hat, dass meine Freundin mit 18 Jahren​einfach stirbt. Nach der Geburt war ich das erste Mal in meinem Leben bewusstlos. Mir wurde schwarz vor Augen und weg war ich. Wenn es so ist, dann wäre es toll. Hätte ja da auch nicht mit bekommen, wenn ich nicht mehr wach geworden wäre. Denke auch, dass die Ereignisse einfach auch zusammen spielen. Möchte mich aber von mir selbst nicht in eine Angststörung ziehen lassen. Jemand meinte zu mir, dass man es im Alter auch einfach gelassener sieht. Jetzt hätte ich mit 29 Jahren auch keinen Grund aus dem Leben zu scheiden. Wenn ich dann Mal 70 oder so bin und einem körperlich vielleicht vieles nicht mehr so leicht fällt, denkt man sicher anders darüber. Ich weiß nicht. Der Tod ist sch... Sad
Wobei es aber auch oft schon Situationen gab, wo ich mir dachte ich will nicht mehr Leben..Und nun hänge ich aber so am Leben. Echt verkorkst.
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#5
Kenne ich, hatte auch schon Phasen, wo ich dachte "wozu eigentlich noch das Ganze".

Da spielte aber meine Schilddrüse und diverse Nährstoffmängel rein, die bis dahin unerkannt waren und ich wirklich 4 Jahre lange von Arzt zu Arzt bin, bis mal einer überprüfte.
Seither, geht es mir damit viel besser und ich beschäftige mich mit anderen Themen ^^
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#6
Hallo Linchen, herzlich willkommen im Forum! Smile

Da sprichst du mir wirklich aus der Seele, mich plagen diese Gedanken auch Tag und Nacht. Sad

Wir haben bereits mehrere Threads zu diesem Thema, vielleicht magst du dich dort ja noch ein bischen hineinlesen. Smile Manchmal tut es aber auch schon gut zu wissen, dass man mit einem Problem nicht alleine ist!

Eine Frage noch: Ist es einfach diese Angst, die dich plagt, oder leidest du auch unter einer Angststörung?


Viel Kraft und einen guten Austausch! 016

-Zeusli
0395
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#7
Hallo,

ich habe auch diese Ängste und es überkommt mich immer mal wieder und dann wird es richtig heftig.

Die Vorstellung, das man einfach nicht mehr da ist, existiert ist nicht auszuhalten. Die Welt ist trotz allem so schön und all dieses nicht mehr zu erleben ist unvorstellbar.

Ich tröste mich mit den Gedanken, dass ich in und durch meine beiden Töchter weiterleben werde.

Ein Satz hat mir sehr geholfen. Der von mir sehr bewunderte und großartige Roger Willemsen hat mal gesagt:

"Man kann das Leben nicht verlängert aber verdichten."

Und genauso halte ich es auch. Mach das was du tun willst! Verdichte dein leben und geniese es jetzt und hier.

Es ist...trotz Angst....so schön.
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#8
@Zeusli

Also ich wüsste nichts von einer Angststörung. Habe diverse Panikattacken bei meiner Mutter jahrelang miterlebt und mir gesagt, dass ich das nie so haben will. Mich plagt wirklich rein der Gedanke, nicht mehr da zu sein. Die Vorstellung, engt alles im Brustkorb ein. Natürlich versuche ich mich abzulenken. Anfangs war es nur, wenn ich mich Abends dann zum schlafen gelegt habe. Mein Kind ist 1 Jahr 2 Monate und schläft neben mir. Dann hab ich ihm angesehen und da kam es. Mittlerweile ist es aber auch am Tage so. Es ist unterbewusst stetig präsent. Leider..

Ohja verdichten. Ich sage mir ja auch, dass ich es nicht ändern kann und der Tod unterm Strich wieder alle gleich macht. Ob reich,ob arm..Usw. er kommt zu allen. Man vergisst oft, wie gut man es hat und wie schön der Tag zB war. Wälzt sich in Problemen die gar keine sind.
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#9
Hallo Linchen,
ich kann deine Ängste gut nachvollziehen, mir geht es momentan genau so wie dir (nur das ich mit 20, fast 21 schon solche Panik habe). Grade durch die Verluste die du in den letzen Jahren erlebt hast.. sowas geht nie spurlos an einem vorbei, man fängt an sich Gedanken zu machen. Das dein Freund das nicht verstehst, finde ich gar nicht gut... grade er müsste dir bei stehen (gehört in einer Beziehung dazu). Ich habe selber letztes Jahr meinen Opa (von Vaters seite aus) verloren und dabei hätte er auch noch gut 20-30 Jahre leben können, und zwei Jahre davor meine Tante (Schwester vom Vater), die noch keine 40 damals war. Das war ein ganz komisches Gefühl für mich.. von einer Seite diese Trauer und auf der anderen Seite so eine komische Leere. Angst hatte ich da noch keine gespürt. Die ist jetzt bei mir hoch gekommen. Das die Jahre schnell vergehen, stimme ich dir vollkommen zu. Mir gehts grade genau so und ich habe Angst... obwohl ich mich vielleicht freuen sollte 21 zu werden. Aber ich hatte lange Zeit mit psychischen Problemen zu kämpfen und dadurch Zeit verloren. Jetzt mit fast 21 wird mir das bewusst und ich komme selbst damit nicht zurecht. Hast du schon über eine psychologische Hilfe nachgedacht?? Das könnte dir vielleicht helfen mit den Ängsten besser zurecht zu finden. Grade weil du auch Mama bist, musst du nicht nur für dich stark sein, sondern auch für deinen kleinen Sohn. Ich glaub Kinder spüren wenn es einem Elternteil nicht gut. Hast du Unterstützung von deinen Eltern. Freunden oder allgemein jemaden in der Familie?? Gibt es etwas was dich von den Ängsten ablenkt z.b Arbeit, Hoobies oder vielleicht auch eine Kleinigkeit?? Von meiner Seite kann ich dir raten, versuch dich abzulenken und nicht daran zu denken, lebe jetzt und hier, geniesse jeden Tag oder besser gesagt jede Sekunde.. ich weiß es leichter gesagt als getan, aber ein Versuch wert... Vielleicht verschwinden die Ängste dadurch mit der Zeit. Wenn du merkst das sie dich weiter verfolgen, kannst du ja über eine psychologische Hilfe nachdenken. Das mache ich momentan auch durch, ich merke das ich alleine nicht zurecht komme und habe mir jetzt Hilfe gesucht. Ich hoffe das es bald besser wird.
Ich wünsche dir alles alles gute und das du die Ängste bald besiegst Smile

MFG SE1996
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#10
Ich bin erst junge 20 Jahre alt und hatte auch schon diese Gedanken. Es ist für mich so unbegreiflich, dass ich nur für so einen kurzen Zeitraum auf dieser Erde sein darf.
Es ist unvorstellbar, nie nie nie wieder hier zu sein und bis in die Ewigkeit nichts erleben zu dürfen.
Irgendwann ist der Gedanke so abwägig und unvorstellbar geworden, dass es mir zu anstrengend war, mich damit auseinander zu setzen.
Ganz oft habe ich aber auch überlegt, zum Buddhismus zu konvertieren, da dort ganz besonders davon ausgegangen, dass Menschen nach ihrem Tod reinkarniert werden.
Ich möchte es einfach nicht wahr haben, das Leben nie wieder erleben zu können.
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