Therapeutensuche und Wartezeiten - Tipps?
#1
Hallo allerseits

Ich eröffnet hier mal ein neues Thema, da mein Thread schon so lange ist, dass ich mir erhoffe, dass hier vielleicht noch ein paar andere hineinsehen, die einen Rat oder Tipp für mich haben.
Es geht um die Therapeutensuche, ein leidiges Thema, das ihr wohl alle kennt Sad
Um ganz kurz auf mich einzugehen für die, die meine Situation noch nicht kennen:
Ich bin vor knapp drei Monaten aus einem langen stationären Aufenthalt entlassen worden, leide unter Angstzuständen und depressiven Episoden und suche seitdem nach einem Therapeuten /einer Therapeutin.
Mein Problem: ich lebe auf dem Land in einem kleinen Dorf, bin nicht mobil und deshalb auf den Bus angewiesen, der hier in der Gegend zwischen einmal in der Std und einmal alles zwei Stunden fährt.
So, nun sieht es hier in der Gegend sowieso ziemlich rar gesät aus, was Therapeuten betrifft, mit den Problemen wird der Radius noch kleiner.
Mittlerweile bin ich bei 5 Therapeuten vorgestellt, bei vier davon auf der Warteliste, die aber bis zu zwei (!!!!!)Jahren dauern kann.
Ich habe nun von Bekannten gehört, dass es noch andere Möglichkeiten, bspw. über die Krankenkasse gibt, um mir zumindest eine Gesprächsmöglichkeit tu geben, Bsp mit einem Sozialarbeiter, bis eine Therapie greift.
Nun hab ich auch hier schon mir die Finger wundgewählt, mit dem Ergebnis, dass offenbar hier in der ländlichen Gegend solche Dienste nicht bereitgestellt werden.
Fragen nach Sozialen Diensten, finanzierbar über das persönliche Budget, usw. Sind bereits abgeklärt.
Deshalb also nach langem Anlauf meine Frage, ob ihr noch irgendetwas wisst, was ich tun kann, denn irgendwie kann es ja nicht sein, dass Menschen in kleineren Orten und auf dem Land wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden und keine Chance auf Hilfe, außer stationär, erhalten.

Lieben Dank schonmal im voraus
Anja
Leb in der Vergangenheit, wenn du traurig sein willst. Leb in der Zukunft, wenn du ängstlich sein willst. Und wenn du glücklich sein willst, dann genieß den Moment.
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#2
Hat keiner mehr einen Rat für mich?
Ich hab gerade Freitag mit der Krankenkasse telefoniert, habe gesagt, dass es in Mainz zumindest Anspruchsvollen gibt, soziale Beratungsstellen, die auch Gespräche führen, zumindest Notfälle auffangen können. All das gibt es hier nicht.
Zwei Leute von der Kreisverwalrung und dem Psychosozialen Deinst haben nichts gefunden. Fördern Familien, für Migranten, für ungewollt Schwangere, da gibt es Ansprechpartner. Anscheinend ist ein Psychisch Kranker nicht leidend genug.
Zumindest auf dem Land nicht.
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#3
Ich hab mal davon gehört, dass man ne Therapie im Notfall auch per Skype und Webcam machen kann.

Weiß aber nicht inwieweit man das machen kann und möglich ist.
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#4
Das gab ich nich nicht gehört, aber vermutlich muss man dann selbst zahlen?
Leider hab ich auch weder das eine, noch das andere und da ich am Rechner nur über WLAN Stück online bin, ist die Verbindung für Skype zu instabil.
Ja, das ist hier auch witzig: ich habe weder Internet, noch FestnetzleitungSmile
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#5
Es gibt noch das Kostenerstattungsverfahren (genaue Infos gibts auch über Google)

Generell hat jeder einen Anspruch auf eine Psychotherapie, wenn er diese benötigt und obwohl die Anfrage sehr groß ist wird nur eine gewisse (viel zu geringe) Anzahl an Therapeuten in das Verzeichnis der Krankenkassen aufgenommen und wird auch von dieser bezahlt.

Wenn aber en Patient über einen Gewissen Zeitraum nachweist, dass er sich bemüht hat einen Therapieplatz zu bekommen, er aber keinen erhalten hat, kann er einen Antrag auf das Kostenerstattungsverfahren stellen und somit auch die Kostenübernahme für Therapeuten außerhalb der Liste erhalten.

Eine Liste von zugelassenen Therapeuten kann man sich von der Krankenkasse zuschicken lassen. Die anderen muss man dann selbst "aufspüren" oder ggf bei einer entsprechenden Stelle anfragen.

Hier mal der Infoflyer (nicht mehr ganz aktuell, aber aus eigener Recherche weiß ich, dass es das noch genau so gibt)

http://www.lpk-rlp.de/cms/fileadmin/pdf-...attung.pdf

VG
Lost
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#6
Wenn es in deiner Gegend aber sonst gar keine Therapeuten (auch außerhalb der Liste gibt) und du keine stabile Telefon- oder Internetverbindung hast, würde mir auch nichts mehr einfallen. Das ist halt die Gefahr, wenn man auf dem Land lebt. Schlecht erreichbar und abgeschnitten von Großstädten zu sein, ist für Therapeuten nicht besonders attraktiv.

Eine Freundin von mir hat sich mit entsprechender Lektüre und viel Selbstdisziplin selbst therapiert, aber ich denke, das ist eher ein Ausnahmefall und wäre höchsten als Überbrückung für die Wartezeit auf den entsprechenden Platz geeignet.
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#7
Danke, aber auch danach bin ich schonmit dem Psychosozialen Dienst gegangen. Es gibt keine privaten Therapeuten in meiner Gegend, die mit dem Bus erreichbar wären.
Trotzdem danke.
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#8
Ich komme ja vom Dorf und so idyllisch es dort ist, wie lostgirl schon schrieb: Man ist von der "Außenwelt" irgendwie abgeschnitten.
Ohne Auto und dann die Busse, die eher selten fahren ist es noch schwieriger in die Stadt zu kommen.

Was mir noch einfällt (weiß aber nicht ob es sowas gibt): Therapeuten die Hausbesuche machen. Aber dann sind die Kosten bestimmt sehr hoch.

Telefonisch wäre eine Therapie blöd, denn man möchte dem Therapeuten schon gern ins Gesicht schauen.
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#9
Das ist schon richtig. Ich finde es aber schon hart, dass man sozusagen "bestraft" wird, wenn man auf dem Land lebt.
Man hat den Anspruch auf Therapie, man hat den Anspruch auf bestimmte Ärzte, wie auch schon Karin sagte, auf dieses persönliche Budget, aber es wird halt nicht angeboten.
Das ärgert mich halt etwas. Ich MUSS also quasi in der Stadt wohnen, wenn ich das brauche. Da kommt wieder mein Ungerechtsbewusstsein zum Vorschein.
Telefon hab ich, nur halt Handy. Ich muss halt warten.
Danke euch
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#10
Hallo Saphira,
ich weiß ja nicht wo in etwa das schöne kleine Nest ist in dem Du wohnst, aber guck doch mal unter AWO Trialog...die bieten eine ambulante Psychiatrische Hilfe an...vielleicht gibt es da was in deiner Nähe.

LG
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#11
Leider nicht.
Ich lebe im Hunsrück in der Nähe von Simmern, wem das nichts sagt, Koblenz ist die nächst größere Stadt. Allerdings ca.60km entfernt und das ist zu weit für mich und für eine Betreuung, wenn es die dort gäbe.
Trotzdem vielen Dank, gut zu wissen was es alles gibt.
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#12
So ganz vestehe ich nicht was der Therapie Platz mit der Stadt und dem Dorfleben zu tun hat. Also ich wohne auch auf dem Lande, auch ich muss wenn mein Mann arbeitet mit dem Bus in die Stadt um zu Ärzten usw zu kommen. Aber die Therapieplätze sind dort genauso wenig vorhanden auch wenn ich in der Stadt leben würde. Das hat doch nichts damit zu tun wo ich lebe. Oder hab ich das falsch verstanden?
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#13
Also ich kann nur sagen, dass es in Mainz und Umgebung ungefähr 20 mal so viel Therapoeplätze gibt als hier. Was die freien Kapazitäten angeht, das ist möglicherweise ähnlich.

Es ging aber, wie ich auch schrieb, um die Übergangszeit zu überbrücken, Bsp. Mit Gesprächen bei Sozialarbeitern oder Ähnlichem, Caritas, sozialpsychiatrischer Dienst, Beratungsstellen, etc. Und die gibt es auf dem Dorf so gut wie gar nicht, in der Großstadt allerdings schon.
Das hatte ich in Mainz, als ich auf einen Therapieplatz wartete.
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#14
Es ist schon schwieriger vom Land aus als von der Stadt. Ich komme auch vom Dorf und meine Therapeuten ist 40 km weit weg.
Ich denke es ist wieder eine einstellungssache.
Wenn du nun mal auf den Bus angewiesen bist um zu einer Beratungsstelle zu kommen musst du auch annehmen das es länger dauert und du dann zwischen durch leer lauf hast.
Es ist nun mal so und selbst bei uns auf dem Dorf gibt es Anlaufstellen wo man fragen kann tv die Arbeiterwohlfahrt. Das sie nicht in jedem Dorf eine Beratungsstelle machen können ist auch klar aber dann muss man in den sauren Apfel beißen und drei Orte weiter fahren.
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#15
Ich wäre auf dem Weg nach Koblenz etwa zwei Stunden unterwegs mit dem Bus. Das sind vier Std. zusätzlich Wartezeit und evtl Umsteigen in Koblenz . Da könnte ich eine Therapie vergessen, denn da wäre ich vollkommen kaputt. Hinzu kommt, dasselbe Fährt nach Koblenz und zurück 30 Euro kostet. Das sind im Monat 120 Euro. Sorry, aber man kann es auch übertreiben von wegen, " muss man eben in den sauren Apfel beißen"!
Wie gesagt, ich habe kein Auto.
Ich weiß nicht mal, ob es in Koblenz so was gibt, das war nur ne Rechnung.
Ich weiß nicht, wer für einen Therapieplatz zwei Stunden und länger mit dem Bus fahren und dann noch für jede Fährt 30 Euro zahlen würde, wenn er nur 400 Euro zum Leben hat.
Ne andere größere Stadt gibt's nicht, dad wäre dann wohl schon Mainz.
Simmern hab ich ja schon alles abgesucht, das ist schon ne Stadt, ca. 20km entfernt. Sogar der sozialpsychiatrische Dienst hat alles in der Umgebung abgeklappert, weil ich die um Hilfe gebeten hatte.
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#16
Ach so und wie ich auch schon sagte, habe ich alle möglichen Beratungsstellen angesprochen und die haben für mich schon im gesamten Umkreis gesucht.
Ich bin durchaus bereit, drei Orte weiter zu fahren, allerdings bezweifle ich, dass ich mehr Glück hätte als die offiziellen Stellen, die ich angesprochen habe.
Ne, das ist KEINE Einstellungssache!
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#17
Nein natürlich musst du da überlegen ob du das in Kauf nehmen willst oder nicht. Würde ich glaub ich auch nicht. Aber wenn du in der Nähe keinen Platz findest , musst du dir ja überlegen was du machst. Weiter warten und hoffen das du in der Nähe einen schnelleren Termin bekommst oder diese "Weltreise" in Kauf irgendwie nehmen.
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#18
Das schaffe ich wirklich nicht, Karin. Da wäre ich ohne Wartezeiten allein 5 Std. unterwegs.
Es hat mich jetzt die Aussage: "....das ist WIEDER mal ne Einstellungssache" auch einfach geärgert. Denn das ist es wirklich nicht. Mir - und wohl den meisten - bringt eine Therapie nicht sonderlich viel, wenn ich schon kaputt zur Stunde erscheine und noch kaputter wieder zuhause ankomme.

@Dalla: fährst du diese 40km auch mit dem Bus, ja?

Mit dem Auto würde ich das jederzeit machen, wenn ich dort die Möglichkeit dazu hätte.
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#19
Ich hatte dazu nichts geschrieben, Anja.
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#20
Taube, entschuldigung Smile
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