Unerträgliche Angst und Panikattacken
#1
Hallo Zusammen,

bin 27 und leider seit einer ganzen Weile an Angst und Panikattacken. Mittlerweile ist es so schlimm, dass sich der ganze Tag nur noch darum dreht und die Symptome echt unerträglich werden. Atemnot, der linke Arm tut weh, stechen in der Brust, Druckgefühl in der Brust, Übelkeit, stehe total neben mir usw.

Ärztlich habe ich soweit alles abgeklappert, wurde aber natürlich nichts gefunden. Nur der Besuch beim Lungenfacharzt steht noch aus, wobei auch da sicherlich nichts bei raus kommen wird.

In der Notaufnahme war ich auch schon einige Male, wurde aber natürlich auch nichts festgestellt. Könnte jeden Tag den Krankenwagen rufen aber man versucht sich dann natürlich einzureden, dass es nur von der Psyche kommt.

Meine Hausärztin hatte mir erst Neurexan gegeben, hat aber nicht geholfen. Jetzt hat sie mir Opipramol verschrieben, mal gucken ob das was bringt.

Kann auch nachts garnicht mehr schlafen, da mich immer diese Angst begleitet und ich dauernd aufschrecke, sobald ich mal kurz eingenickt bin.

Wie lange musstet ihr so auf einen Therapieplatz warten und hat es was gebracht? Besser in Verbindung mit Medikamenten oder ohne?

Viele Grüße,

Nils
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#2
Hallo Nils1234.

herzlich willkommen hier bei uns im Forum. Du hast typische Angstsymptome, die aber auch wieder verschwinden. Eine Therapie ist da sehr hilfreich. Zu Medikamenten kann ich leider nichts sagen.

Hast du dich bereits um einen Therapieplatz bemüht? Manchmal sind die Wartezeiten sehr lange, aber es kann auch sehr schnell gehen.
Lies dich mal durch die Rubrik "Erste Hilfe" durch, dort steht auch etwas über die Therapeutensuche, aber dort wirst du auch viele hilfreiche Tipps finden.

Gruß,
Karin
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#3
Hallo, danke für deine schnelle Antwort! Meine Hausärztin hat mir einen Therapeuten empfohlen, leider ist dieser erst Ende Juli wieder erreichbar. Sie meinte aber, dass man dort relativ schnell Termine bekommt.

Ich habe aber etwas Angst das Opipramol zu nehmen, da dort ja Nebenwirkungen auftreten können, die genau die Symptome darstellen, die ich ja sowieso schon habe, sprich Herzrasen usw.

Aber wohne nur 5 min vom Krankenhaus entfernt, falls doch was ist =)
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#4
Es ist ja schon fast ende Juli und wenn es dann auch noch schnell mit einem Termin klappt ist das ja um so besser.
Die Nebenwirkungen können auftreten, müssen aber nicht. Diese vergehen nach einiger Zeit aber auch wieder.
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#5
Hallo Nils, auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Definitiv brauchst Du Hilfe. Warte bis der Therapeut wieder erreichbar ist oder checke mal Deine weitere Umgebung ab. Die Symtomatik der A/P ist furchtbar, zumal Dir alles vom Kopf vorgegaukelt wird. Dies aber das wird vergehen.
Das mit dem Medi mußt Du für Dich entscheiden. Du hast im Hinterkopf die Nähe zum Krankenhaus. Vielleicht reicht das ja bis zum Therapiebeginn ...
Ich drück Dir ganz fest die Daumen, dass es bald beim Thera klappt.
Lolli  
Unvollkommenheit ist das Individuelle, Einzigartige und Unverwechselbare.
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#6
Auch von mir herzlich Willkommen bei uns.
Ich würde mich auch weiter umsehen und sonst Warten. Ist ja wirklich nicht mehr lange. Und so lange sind wir ja auch noch da Wink
Eine Therapie wird dir ganz bestimmt helfen. Ich wäre ohne Therapie nicht so weit gekommen , wie ich jetzt bin. Zu den Medi s kann ich auch nichts sagen, da ich mich mit pflanzlichen Medi s über Wasser gehalten habe.
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#7
Hallo Nils, auch von mir ein herzliches Willkommen.
Mir hilft es immer zu wissen dass ich organisch nichts habe und es nur die Psyche ist. Denn "nur die Psyche" ist zwar unangenehm aber nie lebensbedrohlich. Wenn mein linker Arm schmerzt, ich stechen in der linken Brust habe etc. ist es immer nur die Psyche. Ich habe mir angewöhnt, die Beipackzettel NICHT zu lesen. Der Hersteller dieser Medis muss/ will sich gegen alles absichern, also schreibt er alles rein was eintreten KÖNNTE. Einen Therapieplatz hatte ich schnell, ich wohne aber auch in einer Großstadt. Ich nehme nur Medis gegen Depressionen, nicht gegen Angst. Die möchte ich einfach nicht. Also. Kopf hoch. Du bist auf dem richtigen Weg und Ende Juli ist ja bald. Viel Glück.
 Es sind nicht die Dinge die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.
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#8
Danke euch allen für die aufmunternden Worte. Habe mir das Mittel jetzt besorgt, habe es aber noch nicht genommen....Vielleicht schaffe ich es so, mal gucken. Aber manchmal ist es so schlimm, dass ich selbst nachts noch Richtung Krankenhaus gehe und mich einfach davor setze um etwas runterkommen. Wenn ich mich dann etwas beruhigte haben, gehe ich dann wieder nachhause.

Ist es bei eich auch so, dass die Panikattacken verstärkt nach dem Essen und auftreten, sowie am Tag nach dem Genuss von Alkohol?
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#9
Hi Nils, auch von mir ein herzliches Willkommen!

Jau, mich holte es auch immer während des Essens, und sowieso mit Kater. Beim Essen steigt der Blutzuckerspiegel und das Blut geht dann in den Bauch. Wir spüren das, weil wir eh immer auf die kleinste Änderung reagieren. Auch das mit dem Alkohol ist ganz normal, Alkohol bewirkt zum einem was chemisch im Gehirn, drum wirds einem schwindelig. Der Schwindel ist auch so ein Angstsymptom, das jagte mir immer noch mehr Angst ein! Und zudem ist der Körper noch beschäftigt den Alkohol abzubauen. Dann fühlt man sich schlapp und meint es ist was nicht in Ordnung. Aber es ist nur die Angst die einem das vorgaukelt, mehr nicht. Versuche Dich mal zu entspannen und benutze den Gedankenstopp.

Ich hatte das alles auch, aber so langsam gehts mir wieder besser. Also nicht die Hoffnung aufgeben, das wird wieder!

Grüße, und viel Geduld mit Dir selber, M.
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#10
Das dachte ich auch mal , dass die Panikattacken nach dem Essen auftreten. Das ist aber oft nur schwitzen und erhöhter Blutdruck weil der Körper das Essen verdaut und somit auf Hochtouren arbeitet. Ich werde nach dem Essen immer hundemüde und dachte auch immer mein Kreislauf ginge flöten.Und am Tag nach Alkoholgenuss ist das oft der Kater der Unbehagen auslöst und als Panik interpretiert wird. Ich hatte auch ne Zeit wo ich oft ins Krankenhaus fahren wollte (Hat eine 24 h Angstambulanz). Als ich Klinik von Weitem sah, ging es mir gut und ich fuhr wieder nach Hause. Ich hatte gerade eben eine fette Panikattacke (mit ganz starken Sehstörungen) Hatte auch schon das Köfferchen für die Klinik gepackt weil ich dachte es ist das Herz. Aber auch diese Attacke ging, wie alle anderen Attacken, vorbei. Alles Gute für Dich.
 Es sind nicht die Dinge die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.
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#11
Kratz - Alkohol würde ich in dieser Phase einfach mal völlig ausklammern. Die Wahrnehmung wird nur vernebelt und es kann die A/P verstärken.
Lolli  
Unvollkommenheit ist das Individuelle, Einzigartige und Unverwechselbare.
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#12
Hallo Zusammen, danke für die vielen Zusprüche. Ich war heute mit meiner Freundin bei bei meinen Eltern im Garten, da diese im Urlaub sind. Gestern habe ich mir schon Gedanken gemacht, was, wenn ich dort eine Panikattacke bekomme, so weit weg von einem Krankenhaus usw. Und, natürlich habe ich auch eine bekommen. Haben uns schön gesonnt und los gings, Atemnot, schmerzen im linken Arm und in der Brust, Übelkeit, Bauchschmerzen, totales Völlegefühl und der Hals hat sich wie zugeschnürt angefühlt. Haben dann schnell alles zusammengepackt und sind nachhause. Leider kann ich immer noch nicht zu 100% glauben, dass es von der Psyche kommt, man kann sich irgendwie nicht vorstellen, da es alles so real ist. Es gibt doch auch so viele Krankheiten, die es sein können, die aber nicht so leicht zu diagnostizieren sind, oder?

Aber mal ne andere Frage. Wie verhält es sich bei euch mit in den Urlaub fahren?? Habe ab dem 17.08 Urlaub und würde sehr gerne mit meiner Freundin nach Ägypten, traue mich aber nicht so wirklich, da ich weiss, dass ich vor Ort sowieso jeden Tag Attacken bekomme. Gerade, weil ich im Urlaub auch gerne mal nen Bierchen usw. trinke. Desweiteren habe ich auch noch mega Flugangst, obwohl ich auch sehr oft fliege, was dem Ganzen natürlich auch nicht sonderlich gut tut. Was meint ihr?
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#13
Hallo Nils. Ich weiß, leichter gesagt als getan. Aber Du hättest trotz Panik im Garten bleiben sollen. Nur so kannst Du die Angst besiegen. Und bei Panikattacken braucht man kein Krankenhaus, man kann das selbst. Die geht genauso wie sie kommt. Und die sind nie lebensbedrohlich. Soll jetzt kein altkluges Gerede sein. Irgendwann macht es KLICK bei Dir und Du siehst ein dass nicht einen schlimme unentdeckte Krankheit in Dir schlummert. Es ist wirklich "nur " die Psyche. Mal ein Beispiel. Heute ging es mir gut. Dann kam ein etwas nerviger Anruf. Kurz darauf hatte ich ganz starke Rückenschmerzen. Ich wusste aber mit dem Rücken kann gar nichts sein, da ich den nicht belastet habe. Es war dieser Anruf. Deine Attacken kannst Du überall bekommen. Die gehen auch überall wieder weg. Einfach so. Und wenn Du Flugangst hast, tu etwas dagegen, oder fliege nicht mehr. Man muss nicht immer Dinge tun um Anderen zu gefallen. Man kann und muss auch mal Nein sagen können.Viel Glück.
 Es sind nicht die Dinge die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.
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#14
Genau das hab ich mir irgendwann gesagt. Ne Attake bekomme ich doch überall zu Hause unterwegs, egal wo. Dann kann ich auch losgehen und die dort über mich ergehen lassen und hab zwischendurch vielleicht trotzdem Spaß. Und so war es jedesmal.
Flugangst hätte ich jetzt auch. Obwohl ich früher auch geflogen bin und das auch gerne. Würd ich mir jetzt aber auch nicht trauen. Keine Ahnung warum.
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#15
Jaa, an sich stimmt es schon, dass es egal ist, wo ich die Panikattacke bekomme. Aber in der Nähe von Krankenhäusern fühle ich mich trotzdem wohler, da ich weiss, dass mir hier jemand helfen kann, falls es soch was schlimmes ist.

Gestern Abend war ich sehr müde, lag im Bett und bin auch relativ schnell eingeschlafen. Kurze Zeit später bin ich aufgeschreckt und dachte, gleich ist es vorbei. Mein Herz hatte irgendwie ausgesetzt, ich konnte nicht mehr atmen usw. Bin dann direkt zum Krankenhaus gelaufen, hatte mich dann davor gesetzt und bin nach ner Stunde wieder nachhause, da ich mich etwas beruhigt hatte. Das ist doch echt alles Scheisse. Bin an sch so ein fröhlicher Typ aber so macht das doch auch keinen Spass Hoffe, es klappt schnell mit einem Therapieplatz, möchte doch endlich wieder Sport machen, verreisen usw....
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#16
Mal ganz ehrlich gesprochen: mit der Angst würdest du dir den Urlaub richtig versauen! Für mich passt das auch nicht wirklich zusammen, wie kannst du einen Urlaub planen wollen, wenn du noch nicht einmal im Garten deiner Eltern bleiben konntest? Du hoffst mit der Nähe zu einem KH auf schnelle Hilfe... es ist deine Sicherheit, deine Krücke. Ja, die braucht man manchmal, aber die Arbeit an sich selbst fängt damit an, die Krücke auch mal liegen zu lassen und alleine versucht zu gehen. Das solltest du üben! Dann klappt es auch mit dem Urlaub und die Bierchen schmecken dann auch wieder besser Wink
033
Ein neuer Weg ist immer ein Wagnis. Aber wenn wir den Mut haben loszugehen, dann ist jedes Stolpern und jeder Fehltritt ein Sieg über unsere Ängste, unsere Zweifel und Bedenken.
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#17
Hi Nils, damit das besser wird musst Du an Dir arbeiten. Die Therapie sagt Dir nur wie es geht, den Rest musst Du selber machen. Und solange Du noch immer an das ominöse "Irgendwas Schlimmes" glaubst? Was ist den das "das"? Solange Du die Angst nicht aushältst und trotzdem tust was Du willst, sondern immer davonläufts, oder Sicherheitsgedanken wie Krankenhaus hast, oder immer noch drauf hoffst dass das alles eine schlimme Krankheit ist, dann... ist das noch ein langer Weg. Aber es ist zu schaffen!

M.
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#18
Hallo ihr Lieben, ja, es stimmt schon, es macht wenig Sinn an eine Urlaubsreise zu denken, da ich auch weiss, dass das nicht entspannend sein wird. Es ist halt nur so, dass ich sehr sehr gerne in den Urlaub fahren würde, ich aber auch weiss, dass ich das nicht schaffe.
Also momentan halt ich die Angst überhaupt nicht aus, vielleicht sollte ich doch das Opipramil nehmen, da habe ich dann aber wieder vor den Nebenwirkungen so viel Angst, ein Teufelskreis. Ich kann mir halt manchmal nicht vorstellen, dass diese ganzen Symptome von der Psyche ausgelöst werden, da das alles so real ist. Habe gerade was gegessen und bekomme jetzt schon wieder mega schwer Luft, habe auch versucht, ganz in Ruhe zu atmen usw., bringt aber nichts....bin langsam echt verzweifelt, aber das wird schon, irgendwann..

Jetzt denke ich z.B. schon wieder, dass es vielleicht eine Histamin Intoleranz sein könnte, da dort auch genau meine Sympome genannt werden....
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#19
Woher kennst du die Symptome? Hast du Dr. Goole gefragt? Wenn ja , kriegst du jetzt ein absolutes Google Verbot Smile Wenn du da nachsiehst hast man alles, und man macht sich nur noch mehr verrückt. Ich war nämlich auch mal so. Mache das heute nicht mehr. Auch den Beipackzettel versuche ich zu meiden.
Ja das ist schon wahnsinn was die Psyche mit einem machen kann.
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#20
Sobald du anfängst zu akzeptieren, dass die Symptome von deiner Angst kommen, wird es dir schon besser gehen! Übrigens habe ich heute gelesen, dass Dr.Google seine Praxis bis auf unbestimmte Zeit geschlossen hat Wink für jedliches Nichtbetreten seiner Räume hat er ein Rezept mit 50%tiger Gelassenheit ausgestellt Smile die restlichen 50% gibt es dann als langfristigen Nachschlag bei der Praxisübernahme von Drs. Selbstvertrauen und Zuversicht geschenkt, wenn die Räume renoviert sind Smile
033
Ein neuer Weg ist immer ein Wagnis. Aber wenn wir den Mut haben loszugehen, dann ist jedes Stolpern und jeder Fehltritt ein Sieg über unsere Ängste, unsere Zweifel und Bedenken.
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